Halbzeit bei Umbauarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus
07.02.2012 - SICHERTSHAUSEN
In Sichertshausen Einsatzbereitschaft der Bürger ungebrochen - Schon neun Monate lang rege Tätigkeit bei Eigenleistung auf der Baustelle
(red). Als Anfang April 2011 mit den Arbeiten am Dorfgemeinschaftshaus Sichertshausen begonnen wurde, war den Beteiligten klar, dass vieles in Eigenleistung erfolgen musste. Galt und gilt es doch, die Kosten für Umbau, Renovierung und energetische Sanierung so überschaubar wie möglich und vor allem im eng gesteckten finanziellen Rahmen zu halten. Das Dorferneuerungsprogramm, das für Sichertshausen von 2004 bis 2012 läuft und bei dem die DGH-Erneuerung den Abschluss und den Höhepunkt aller Maßnahmen bildet, setzt klare Grenzen, was die verfügbaren Mittel angeht.
Nur dank der Zuschüsse aus der Dorferneuerung ist dieses Projekt überhaupt für die Gemeinde Fronhausen zu realisieren gewesen. Und der Förderverein „Unser Dorf Sichertshausen“ hat sich darüber hinaus bereit erklärt, den Gemeindeanteil der Kosten für den Anbau eines Stuhllagers zu übernehmen, das auch als kleine Bühne genutzt werden kann. Allen Besuchern und Einwohnern Sichertshausens dürfte seit April besonders aufgefallen sein, dass an jedem Samstag seither eine Gruppe von Sichertshäuser Bürgern am DGH mit anpackt, damit die Arbeiten vorankommen. Viel Muskelkraft war hier gefragt. Manchmal gab es auch unerwartete Hindernisse, wie zum Beispiel als beim Beseitigen von „etwas Mutterboden“ der Untergrund den Bauschutt früherer Zeiten freigab. Die Möglichkeiten, ins Schwitzen zu kommen, waren durchaus vielfältig: Beispielsweise der Abbruch von Decke, Fußboden und einigen Wänden, das Entfernen des Bauschutts, das Verlegen einer Erdung sowie Anstricharbeiten erforderten oft den vollen Körpereinsatz jedes Helfers. Neben einer „Kernmannschaft“ von acht bis zehn Mann, die quasi jeden Samstag im Einsatz waren, haben sich bisher insgesamt über 50 verschiedene ehrenamtliche Helfer aktiv beteiligt. Das ist für ein kleines Dorf von 425 Einwohnern eine stattliche Zahl. Bürgermeister Weber lobte das Engagement der Bürger wiederholt und schaute sich mehrmals persönlich die Wochenendarbeiten an.
Norbert Pieh ist als „DGH-Koordinator“ des Fördervereins dafür verantwortlich, dass die Eigenleistungen in enger Abstimmung mit dem Architekten, den beteiligten Baufirmen und dem Leiter des Bauamts der Gemeinde Fronhausen erfolgen. Der Förderverein, in dem fast alle Ortsvereine und viele Bürger organisiert sind, freut sich auch über die vielseitigen Geld- und Sachspenden aus dem Gemeindegebiet, die 2011 eingingen. Privatleute wie auch Vereine haben hier Summen in erheblichem Umfang gespendet; so manches samstägliche Mittagessen wurde für die Helfer auf diese Weise „gesponsert“.
Mit dieser großen Hilfsbereitschaft, die weiterhin ungebrochen ist, konnte im Vorfeld niemand rechnen. Ohne diese vielfältige Hilfe wäre der Umbau des DGH nach den heutigen Bedürfnissen der Vereine und Privatinteressenten - und damit nach den Vorstellungen der Sichertshäuser Dorfgemeinschaft - so nicht möglich. Ortsvorsteher Reinhard Lauer und der Vorsitzende des Fördervereins, Günter Majewski, sind mit der „Halbzeit-Bilanz“ deshalb hochzufrieden und ihren Mitbürgern dafür dankbar. Beide hoffen, dass sich das Engagement der Sichertshäuser bis zum Abschluss der Arbeiten im und am Haus (voraussichtlich wird dies im zweiten Halbjahr 2012 sein) unvermindert fortsetzt. Nachdem das „Grobe“ erledigt ist, stehen die Innenausbau-Arbeiten und dann auch noch die Neugestaltung des Außenbereichs auf dem Plan. Mit den Putzarbeiten wurde begonnen, denen das Fliesenlegen folgen wird. Erfreulicherweise gibt es auch für diese qualifizierten Handwerksarbeiten im Dorf Fachleute, die sich zur Verfügung stellen. Das Ende der Arbeiten und der Termin für die Wiedereröffnung des DGH sind zwar noch nicht ganz in Sicht - Ideen für die feierliche Wiedereröffnung werden aber schon mal gesammelt.