Anwohner haben Angst, dass ihr Ort Treffpunkt für Nazis wird
18.08.2010 - WALDSOLMS-BRANDOBERNDORF
Großeinsatz der Polizei bei Konzert der Band „Kategorie C“ in Brandoberndorf
„Kategorie C“, deren Sänger Hannes Ostendorf der Bruder des Bremer Rechtsextremisten und NPD-Aktivisten Henrik Ostendorf ist, wird auch von der Polizei als Hooligan-Band eingestuft. Die Band hat sich als Namen einen Polizeibegriff gewählt, der Fußballfans bezeichnet, die an den Spielen weniger interessiert sind als an Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans und der Polizei.
Die Disco-Pächterin Manon Rohrbach räumte ein, dass die Band „umstritten“ sei und betonte: „Wir haben vertraglich festgelegt, dass keine verbotenen Texte gesungen werden.“ Dies sei auch nicht geschehen. Sie finde die Musik der Gruppe selbst auch gut und sei nicht rechtsradikal eingestellt.
Der Waldsolmser Bürgermeister Bernd Heine zeigte sich froh darüber, dass im Zusammenhang mit dem Konzert nichts Schlimmes passiert sei. Doch Anwohner, die sich im Rathaus beschwerten, hätten berichtet, dass einige Konzertbesucher den Hitlergruß gezeigt hätten, wenn sie sich gerade von der Polizei unbeobachtet fühlten. Die Veranstaltung sei dem Ordnungsamt der Gemeinde nicht gemeldet worden, was aber auch nicht vorgeschrieben sei, wenn sie im Rahmen der üblichen Disco- und Konzertaktivitäten laufe.
Man habe natürlich Angst, dass sich Brandoberndorf zu einem Treffpunkt für Rechtsextreme entwickle und wolle dem vorbeugen, so Heine, aber es sei beispielsweise nicht einfach, ein Konzert einer nicht verbotenen Band zu verbieten.
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