Messfühler zeigen, wo man sparen kann
05.01.2012 - GREBENAU
Von OZ-Redakteur Axel Pries
Der Betrieb PBS in Grebenau erregt mit System zur Energiereinsparung überregionales Interesse - Zertifizierung geplant
Seit August in Betrieb
Das klingt verstehbar, beinhaltet aber ein größeres Schaltsystem, erklärt Sebastian Narz, dessen gleichnamiges Unternehmen es installierte. Er kennt die Schaltungen auswendig, und um die Anordnung zu verdeutlichen, greift er zum i-Pad, zaubert ein kompliziertes Muster auf den Bildschirm: vom fingergroßen Fühler zu den 40 Zoll-Bildschirmen in der Halle, den sogenannten Public Displays. Die sind wichtig im System, erklärt Sebastian Narz, „um eine Sensibilisierung der Mitarbeiter zu erreichen“.
Auf die kommt es an: Sie sollen aus den Werten lernen und mit dem praktischen Wissen der täglichen Arbeit die Möglichkeiten der Einsparung ausloten - und zwar möglichst aus eigenem Antrieb, aus einer Art sportlichem Ehrgeiz sozusagen. „Es ist wie zu Hause: Wenn ich rechtzeitig das Licht ausmache, spare ich Strom. Aber das schaffen wir nur, wenn wir die Mitarbeiter mitnehmen“, betont der Chef. Seit August, seit das System seine Fühler in den Kreislauf steckt und Werte erfasst, werde geschult und experimentiert.
Das Ziel für das bislang rund 150 000 Euro teure Projekt ist durchaus ehrgeizig: Bis zu 15 Prozent weniger Energie will das Unternehmen verbrauchen - und damit nach der Einführung des geschlossenen Wasserkreislaufs in der Produktion und der Installation einer 1,2 Megwatt-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ein weiteres Stück Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen erreichen. In Qualitätsbegriffen klingt das so: Ab Februar will PBS die Management-Zertifizierung 9001 erreichen und strebt danach die nicht einfach erreichbare Zertifizierung 50001 für das Energiemanagement an.
Und das nicht aus Jux, weist der Geschäftsführer in die Zukunft. Abgesehen davon, dass seriöse Prognosen der Industrieverbände von einer Verdoppelung des Ölpreises in den nächsten Jahren ausgehen - durch die jegliche Investitionen in Energieeinsparungen sich schnell bezahlt machen - sieht Harald Schreiner gesetzliche Vorgaben für Industriebetriebe kommen: „Ein betriebliches Energiemanagement wird von der Regierung gefordert werden.“ Wenn dann der Gesetzgeber je nach Energieverbrauch steuerliche Unterschiede macht, dann soll PBS besser dastehen.
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