GEW bezieht Stellung zur Schulentwicklung
08.02.2012 - VOGELSBERGKREIS
(red). Der Kreisverband Vogelsberg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wird in Zukunft von einem Vorsitzendenteam geleitet. Dies wurde auf der Mitgliederversammlung in Lauterbach beschlossen.
Zu dem neuen Team gehören der seitherige Vorsitzende Rainer Hetzer, der in diesem Amt ab Februar kommenden Jahres von Norbert Roth (Lauterbach) abgelöst wird. Weiterhin gehören dem Vorsitzendenteam Antje Swoboda (Grundschule Schotten) und Gerno Hanitsch (Vogelsbergschule Lauterbach)an. Den geschäftsführenden Vorstand komplettieren Martin Fink (Schlitz) als Rechner, Ariane Zink (Lauterbach) als stellvertretende Rechnerin sowie Norbert Roth, der als Rechtsberater fungiert. Für den Gesamtpersonalrat wurden Antje Swoboda und Gerno Hanitsch als Spitzenkandidaten nominiert.
Rainer Hetzer referierte über die Änderungen im hessischen Schulgesetz. Er machte an mehreren Beispielen deutlich, dass die Änderungen zu massiven Verschlechterungen in den Schulen führen und auf dem Rücken der Betroffenen, Schülern wie Lehrern, ausgetragen würden. Einstimmig nahm die Mitgliederversammlung Stellung zur Schulentwicklung im Vogelsbergkreis. Danach müssten zu erwartenden rückläufigen Schülerzahlen zur Verbesserung des Unterrichts genutzt werden und dürften nicht zu Schnellschüssen in Sachen Schließung von Schulzweigen oder gar Auflösung von Schulstandorten führen. Notwendig und unabdingbar sei hierfür eine langfristige und fachliche Planung unter der Beteiligung von Lehrkräften, Personalräten, Lehrerverbänden und Elternbeiräten an den grundlegenden Entscheidungsprozessen der Schulentwicklung.
Die Schwierigkeit werde darin bestehen, einen vernünftigen Kompromiss zu finden, der einerseits eine möglichst wohnortnahe Beschulung aller Schüler („kurze Beine - kurze Wege“) und andererseits pädagogisch sinnvolle Klassenbildungen gewährleistet. Die Qualität der schulischen Arbeit dürfe nicht sinken, sondern müsse weiter erhöht werden.
Voraussetzung dafür sei, dass die vorhandenen Stellen für Grundschullehrkräfte nicht verringert, sondern zur Verbesserung des pädagogischen Angebots genutzt würden. Der von allen Seiten geforderte differenzierende Unterricht sei nur möglich, wenn die Klassen deutlich kleiner würden. Eine fachlich angeleitete Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung mit der Möglichkeit der Einnahme von gesundem, regionalem Mittagessen müsse gewährleistet sein.