Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer von der JLU erhält Forschungsstipendium des Forum Urodynamicum
(V). Funktionsstörungen der Blase belasten die Betroffen sehr stark. Sie sind durch häufigen Harndrang, teilweise verbunden mit Urinverlust, in ihrem Alltagsleben und insbesondere auch in ihrem Sozialleben stark eingeschränkt. Ein wichtiges Krankheitsbild stellt die "Überaktive Blase" dar. Die Ursachen sind mannigfaltig und bislang noch nicht abschließend geklärt. Der Mediziner Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer von der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie am Universitätsklinikum in Gießen untersucht neben diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten die Ursachen dieser Erkrankung. Für seine Forschungen am Fachbereich Medizin der JLU erhält der Urologe nun ein Stipendium des Forum Urodynamicum in Höhe von 20 000 Euro, teilt die Hochschule mit.
Das Forum Urodynamicum der Deutschen Gesellschaft für Urologie stiftet jährlich ein Stipendium zur Förderung junger Nachwuchswissenschaftler. Es dient der Förderung von Arbeiten in der Grundlagen- und klinischen Forschung auf den Gebieten Urodynamik, Inkontinenz, Blasenentleerungsstörungen, Urogynäkologie und Neurourologie. Das Stipendium ist mit 20000 Euro dotiert und soll den Preisträgern ermöglichen, eigene Forschungsprojekte durchzuführen. Bschleipfer, der in der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie die Arbeitsgruppe "Urodynamik" leitet, erhält das Stipendium für sein Projekt "Etablierung eines Tiermodells zur Induktion von Detrusorhyperaktivität durch vesikale Minderperfusion mittels ApoE -/- LDL -/- Doppel-Knockout-Mäusen". Diese Tiere (mit fehlenden ApoE- und LDL-Rezeptoren) zeigen eine massive Arteriosklerose. In welchem Ausmaß Durchblutungsstörungen der Blase durch diese Gefäßschädigung verursacht werden, wird zunächst mittels Computertomographie auf Kapillarebene untersucht.
Das Forschungsvorhaben will ferner klären, in wieweit die Arteriosklerose zu Veränderungen beim Wasserlassen und somit zur Ausbildung einer "Überaktiven Blase" beiträgt. Der Preis wird Bschleipfer am Freitag, auf der Jahrestagung des Forum Urodynamicum 2010 verliehen.
Das Forum Urodynamicum ist ein gemeinnütziger Verein, der interdisziplinäre Forschung und Fortbildung zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen des Harntraktes sowie der Urologie der Frau fördert. Bei den Jahrestagungen werden seit mehr als 15 Jahren auf hohem Niveau wichtige Forschungsergebnisse aus Urologie, Gynäkologie und Grundlagenforschung aus den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz präsentiert.
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