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Hochschule 

„Infektionsforschung hat hohe Bedeutung“

14.07.2010

Klinische Forschergruppe Pneumonie der JLU beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Erregern und Lunge - Weitere drei Jahre Förderung

GIESSEN (ter). Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten lebensbedrohlichen Infektionen, jährlich erkranken allein in Deutschland bis zu 750 000 Menschen neu. Das Risiko ist besonders für ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr groß. Deshalb werden dringend neue Therapieansätze benötigt, die über die Gabe von Antibiotika hinausgehen, die wegen der zunehmenden Resistenzen bei vielen Patienten nicht mehr die gewünschte Wirkung entfalten. Mit neuen Therapien für Lungenentzündungen beschäftigt sich die Klinische Forschergruppe „Pneumonie - Molekulare Signaturen kompartimentalisierter und schrankenübergreifender alveolärer Infektion“ an der Justus-Liebig-Universität (JLU) unter der Leitung von Prof. Jürgen Lohmeyer (Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik II).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Forschergruppe bereits seit 2007 mit 1,7 Millionen Euro unterstützt. Nach der positiven Begutachtung durch ein Expertengremium wurde sie nun auch in die zweite Förderperiode aufgenommen und bekommt für weitere drei Jahre insgesamt 1,4 Millionen Euro vom BMBF. Anlässlich des Beginns der zweiten Förderphase der Klinischen Forschergruppe Pneumonie hat der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun Lohmeyer in Gießen besucht, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren. „Die hiesigen Forscherinnen und Forscher am Fachbereich Medizin der Universität Gießen arbeiten sehr erfolgreich daran, die Wechselwirkungen zwischen den Erregern und der Lunge zu entschlüsseln. In der zweiten Förderphase sollen nun aus diesen Erkenntnissen neue Diagnose- und Behandlungsstrategien entwickelt werden. Da dies die Grundlage für verbesserte Therapien ist, wird das BMBF die Forschergruppe mit weiteren 1,4 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren unterstützen“, sagte Braun. „Die Infektionsforschung hat für die Bundesregierung eine hohe Bedeutung. Unser Ziel ist die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und klinischer Praxis, um die Ergebnisse rasch in therapeutische Maßnahmen umzusetzen. Erst wenn die Forschungsergebnisse beim Menschen ankommen, haben wir wirklichen Fortschritt.“ Die jetzt in der zweiten Dreijahresperiode bis 2013 geförderte Klinische Forschergruppe in der Klinischen Infektiologie betreibt interdisziplinäre Infektionsforschung zur Volkskrankheit Lungenentzündung. Ziel ist, über die Aufklärung der molekularen Krankheitsentstehung neue Therapien zu entwickeln. Die erfolgreiche Arbeit in der ersten Förderperiode hat die Gießener Forscher zum Kristallisationspunkt für weitere Förderungen in Verbundforschungsprojekten mit langfristiger Perspektive gemacht - beispielsweise die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Sonderforschungsbereich Transregio 84 und die Förderung durch das BMBF im Zoonose-Programm FluResearchNet.

Außerdem vertritt die Klinische Forschergruppe mittlerweile an zentraler Stelle den klinisch-infektiologischen Forschungsschwerpunkt in Forschungsprogrammen der Exzellenzinitiative des Bundes (Exzellenzcluster Kardio-Pulmonales System, ECCPS) und des Landes Hessen (Loewe-Zentrum Universities of Gießen and Marburg Lung Centre, UGMLC). Sie erfüllt damit die vom BMBF vorgegebene Zielsetzung, international sichtbare Forschungsschwerpunkte in der klinischen Infektiologie in Deutschland zu schaffen mit Perspektiven für berufungsfähigen wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Fachgebiet.

Medizinerrunde: Facharzt Mirko Steinmüller, Prof. Jürgen Lohmeyer, Dr. Helge Braun, Fachärztin Susanne Herold und Oberarzt Dr. Thomas Discher (von links). 	Foto: Terzic

Medizinerrunde: Facharzt Mirko Steinmüller, Prof. Jürgen Lohmeyer, Dr. Helge Braun, Fachärztin Susanne Herold und Oberarzt Dr. Thomas Discher (von links). Foto: TerzicVergrößern

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