Alten-Buseckerin Petra Schneider und ihr Sohn Manuel engagieren sich im Kenia-Urlaub für Kinderheim - Kinder haben schwere Schicksalsschläge erlebt
(cr). ,"Können wir nicht hier bleiben, bis der Flieger wieder geht?´ hat mich mein sechsjähriger Sohn Manuel beim Besuch des Tsimba-Kinderheimes gefragt", erzählt Petra Schneider. Vom 27. Dezember bis 6. Januar hatte die Alten-Buseckerin gemeinsam mit ihrem Sohn in Kenia Urlaub gemacht. Fern von inszenierten Tourismustouren wollten sie in dem ostafrikanischen Staat auch Land und Leute kennenlernen. "Dies funktioniert nur, wenn man aus der Hotelanlage herausgeht." Daher hatte sie sich zusammen mit ihrem Sohn dazu entschlossen, ein in der Nähe von Mombasa gelegenes Kinderheim zu besuchen.
Bei der Suche im Internet war Schneider auf den Verein Kenyahilfe aufmerksam geworden. Besonders dessen Leitgedanke "Don´t just say it, do it!" (englisch für: Rede nicht nur darüber, mach es!) habe ihr sehr gut gefallen. E-Mails wurden hin- und hergeschickt. So erfuhr sie auch, woran es in dem Kinderhaus mangelt. Neben Kleidung, Unterwäsche und Handtüchern sind dort besonders Grundnahrungsmittel wie Obst und Gemüse gefragt. Auch Ugali, das Nationalgericht Kenias, ein Brei aus gekochtem Maismehl mit der Konsistenz von Brotteig, stand auf der Wunschliste.
Martina Wackerhagen, die als Ansprechpartnerin der Kenyahilfe fungierte, sowie deren Vorsitzende Christine Schneider gaben ihr den Rat, einen Großteil der Sachen in Kenia zu kaufen. Damit spare man zum einen das Spendengepäck und zum anderen werde die Wirtschaft vor Ort angekurbelt. Doch Freunde und Bekannte bekamen von dem Vorhaben Wind und spendeten fleißig für die Mädchen und Jungen des Kinderheimes. So kamen schnell über 30 Kilogramm Spendengepäck zusammen.
Vor Ort verhandelte Taxifahrer Rashid auf dem Markt in Mombasa die Preise der Nahrungsmittel und Schulmaterialien für das Kinderheim. Ein Europäer muss hier nämlich das Dreifache zahlen. Mit einem voll bepackten Wagen ging es zum Kinderheim. 17 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren werden dort aktuell betreut. Bis zu 20 Kinder können hier ungestört aufwachsen, die Schule besuchen und zu selbstbestimmten Menschen heranwachsen. So helfen sie beim Anbau von Obst und Gemüse mit und kümmern sich um die Hühner und Hasen. Die Kinder hätten sich riesig über den Besuch gefreut. Bei einem Lied habe sich jeder vorgestellt und auch Manuel legte schnell seine Hemmungen ab. Über die mitgebrachten Spiele wurde schnell Kontakt aufgebaut. Schließlich mussten die Geschenke ja erklärt werden.
"Den Kindern geht es dort besser als dem größten Teil der Mädchen und Jungen in Kenia", zeigt sich Petra Schneider vom Kinderheim sehr beeindruckt. In diesem gibt es einen kleinen Computerraum und eine Nähstube, in der nicht nur Schulkleidung für den Eigenbedarf, sondern teilweise auch für die Kinder im Dorf sowie Schmuck gefertigt wird. Die Kinder haben in jungen Jahren schon schwere Schicksalsschläge erlebt. Muriukis Eltern sind am HI-Virus gestorben. Christine wurde nach dem Tod der Mutter von ihrem Vater sexuell missbraucht. Margarete ist fünf Jahre jung und besucht den Kindergarten. Ihr Vater starb an einem Schlangenbiss, die Mutter ist auch tot. Allen anderen Kinderheimbewohnern ist ähnliches Unglück widerfahren.