Findbücher im Archiv sind nach drei Jahren digitalisiert
20.01.2012 - GRÜNBERG
Projekt wurde zu zwei Dritteln von Deutscher Forschungsgemeinschaft bezuschusst
(kr). Die Digitalisierung der Findbücher des Stadtarchivs Grünberg ist nach drei Jahren abgeschlossen, wie Archivarin Marei Söhngen-Haffer gestern berichtete. Die Fundbücher, ein Verzeichnis des im Archiv lagernden Materials, sind nun online einsehbar. Im Januar 2009 hatte die Stadt Grünberg beschlossen, sich gemeinsam mit weiteren Kommunen des Landkreises an der Digitalisierung zu beteiligen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte das Projekt zur „Retrokonversion archivischer Findhilfsmittel“ mit zwei Dritteln der anfallenden Kosten. Die Stadt selbst musste für diesen Zweck von 2009 bis 2011 jeweils 3100 Euro aufbringen. Bürgermeister Frank Ide hatte bei der Vorstellung des Projekts betont, an eine Digitalisierung des gesamten Archivinhalts, der eigentlich die logische Folge der Digitalisierung der Findbücher wäre, sei derzeit schon deshalb nicht gedacht, weil kein Experte sagen könne, welche digitalen Medien auch nur zwei Jahrzehnte unbeschadet überdauern können.
Unter der Federführung des Kreisarchivs Gießen wurden seit 2009 die in den beteiligten Stadt- und Gemeindearchiven vorhandenen Findbücher, die einen Überblick über die in den Archiven verwahrten historischen Dokumente geben, digitalisiert. Sämtliche im Stadtarchiv vorhandenen analogen Findbücher zu den 17 Kernstadt- und Ortsteilbeständen, die bislang nur beim persönlichen Besuch im Stadtarchiv eingesehen werden konnten, sind nun über das Hessische Archiv-Dokumentations- und Informationssystem HADIS recherchierbar.
Ab sofort können die Stadtverwaltung und alle anderen Interessierten über www.hadis.hessen.de (Pfad: Archive nach Orten - G - Stadtarchiv Grünberg) Archivalientitel navigierend oder per Stichwortsuche selbstständig vom Arbeitsplatz beziehungsweise vom heimischen PC aus ermitteln. Ein Link zur Online-Datenbank HADIS ist auch auf der Website des Stadtarchivs unter www.gruenberg.de zu finden.
Mehr als 28 000 Verzeichnungseinheiten stehen infolge des Projektes für die Recherchen zur Verfügung. Darüber hinaus wird die Datenbank durch Neuverzeichnungen stetig erweitert. Die Verbesserung der Recherchemöglichkeiten, insbesondere durch die bestandsübergreifende Stichwortsuche, eröffnet dabei neue, umfassendere Forschungsmöglichkeiten.
Interessiert man sich beispielsweise für das historische Rathaus der Stadt Grünberg, ist es möglich, sich über das Stichwort „Rathaus“ sämtliche in HADIS aufgenommenen Archivalientitel zu diesem Gebäude anzusehen. Auf diese Weise ist unter anderem zu ermitteln, dass im Stadtarchiv Schriftstücke zu Reparaturarbeiten am Rathaus in der Zeit von 1839 bis 1853 ebenso vorhanden sind wie Unterlagen über das dort im 19. Jahrhundert vorhandene städtische Inventar, über die Fachwerkfreilegung Mitte der 1960er Jahre und sogar über die Anlegung einer Abortgrube im Rathaus im Jahr 1894. Schnell und umfassend kann man sich aber auch über die im Stadtarchiv verwahrten Unterlagen zum Gallusmarkt oder zu lokalen Vereinen - vom Männergesangverein Grünberg über den im 19. Jahrhundert bestehenden Leseverein bis hin zum Turn- oder Schützenverein - informieren. Gleichzeitig wird das Vorhandensein eventueller Bildquellen zu den einzelnen Stichworten angezeigt. Die Unterlagen können dann unter Angabe der jeweiligen Archiv-Signatur im Stadtarchiv Grünberg eingesehen werden.
Das Stadtarchiv Grünberg möchte mit der Onlinestellung die Kenntnis der im Stadtarchiv vorhandenen historischen Überlieferung lokal, regional und überregional verbessern und das Interesse zur Erforschung der Heimatgeschichte wecken.