Zweistündiger Augen- und Ohrenschmaus
13.07.2010 - HUNGEN
Mimen des Theater Traumstern begeisterten Publikum im Hungener Schloss mit dem Werk „Der Diener zweier Herren“
(ivi). Daniel Kommas Inszenierung „Der Diener zweier Herren“ im Innenhof des Hungener Schlosses machte Laune und war fast zwei Stunden ein Genuss für Augen und Ohren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Komödie von Carlo Goldini als Renner im hiesigen Kulturprogramm gezeigt. Im typischen Stil der Commedia-dell’arte geht es um Liebe, um die Frage, wer nun wen am Ende bekommt.
Drei Paare finden sich schließlich nach allerlei komischen Verwechslungen. Die burschikose Beatrice (Kristina Ruppel) kriegt ihren Florindo (Mathias Wolf). Die zarte Clarice (Anika Wagner) nimmt ihren distinguierten Silvio (Arne Wolf) zum Manne und Truffaldino (Maximilian Weiß) darf seine Smeraldina (Meike Rabenau) heiraten. Doch bis es so weit ist, sorgt Truffaldino als Diener von Beatrice und Silvio dafür, dass auf der Bühne alles drunter und drüber geht, fungiert wendig und pfiffig, ist dabei ein Meister, der Chaos schafft und ein Akrobat, der durch das Szenenbild und das Publikum wirbelt. Der „Diener zweier Herren“ ist eindeutig der Hauptakteur, der zur Belustigung des Publikums ständig Verwirrung schafft.
Nicht weniger amüsant ist Pantalone (Sebastian Hartings), Vater von Clarice, der mit seinem grotesken Körperspiel die Zuschauer zum Lachen bringt. Silvios Vater Dottore Lombardi (Patrick Dörhöfer) zeigt sich dagegen in einer traurig-komischen Rolle. Typisch für Kommas Inszenierungen ist, dass auch kleinere Rollen, wie die des Wirts Brighella (Cynthia Becker) oder des Dieners Alfredo (Kim Nitzsche), voller Leben sind, das Publikum im Moment ihres Auftritts faszinieren. Häufiger Szenenapplaus und der Beifall am Ende bewiesen, dass gefallen hat, was die Mimen des „Theater Traumstern“ in Szene gesetzt hatten. Sebastian Hartings agierte nicht nur auf der Bühne, sondern war auch für die Technik zuständig. Die Kostüme stammten aus Doris Blasinis „Wundertüte“.