Lindener reisen in zwei Jahren wieder nach Warabi in Japan
31.08.2010 - LINDEN
Sayonora, Auf Wiedersehen, hieß es vorerst in Linden - Japanerinnen erhalten Ehrennadel
(ee). Mit Kozue Ueno und Kazuko Shimonohara wurden erstmals zwei Frauen aus der japanischen Partnerstadt Warabi mit der höchsten Auszeichnung der Stadt, der Ehrennadel, ausgezeichnet. Bei der Sayonaraparty (Auf-Wiedersehen-Feier) würdigte Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz im Beisein der aus Frankfurt angereisten Vizekonsulin Chie Onishi die Verdienste um die Partnerschaft der beiden Geehrten, die beide bereits zum fünften Mal in Linden zu Gast waren. Nur drei Männer aus Warabi haben bisher diese hohe Ehrung erhalten, jetzt durften erstmals zwei Frauen der Japanisch-Deutschen Gesellschaft (JDG) Warabi-Linden diese Auszeichnung entgegennehmen.
Lenz würdigte die JDG-Vizepräsidentin Ueno als „den guten Geist der Gesellschaft“, die ihre Arbeit intensiv im Hintergrund verrichtet. „Deshalb stehen Sie heute hier einmal im Mittelpunkt.“ Der Delegationsleiterin liegen vor allem „weitere Pflege und Weiterentwicklung des Austausches, vor allem im Jugendbereich“ am Herzen, während Shimonohara, die in Österreich Deutsch studierte, als Übersetzerin für die beiden Gesellschaften fungiere und jederzeit auch als Mittlerin bei Sprachschwierigkeiten in den Gastfamilien zur Verfügung stehe. Beide seien somit auch Wegbereiter der vor acht Jahren offiziell besiegelten Städtepartnerschaft gewesen und haben vor allem in den vergangenen beiden Jahrzehnten intensiv an der Intensivierung des seit über drei Jahrzehnten laufenden Austauschprogramms und dessen Erweiterung um einen eigenständigen Jugendaustausch mitgearbeitet. Beide seien zudem auch stets Gastgeber in Warabi gewesen und so wunderte es nicht, dass fast alle ihre deutschen Gäste auch zur Ehrung gekommen waren und herzlich gratulierten. Die Ehrung war in ein von den japanischen Gästen gestaltetes Programm sowie den Austausch von Geschenken eingebettet. „Ich wünsche, dass diese Partnerschaft zwischen Warabi und Linden noch viele Jahre weiter bestehen und so viele herzliche Momente produzieren wird, wie wir das in den vergangenen 14 Tagen miterleben konnten. ,Glück auf‘ für das tolle Verhältnis zwischen unseren Städten“, so das Stadtoberhaupt in seinem Grußwort, nachdem zuvor der Vizepräsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft (DJG) Linden-Warabi, Volker Heine, Gäste, Gastfamilien und Freunde zur Abschiedsfeier begrüßt hatte.
In ihre Dankesworte schloss Ueno auch einen Rückblick auf die „herrliche Zeit hier bei Ihnen in Linden“ mit ein, wobei sie als Höhepunkt des 17. Austauschbesuchs die Fahrt an den Rhein mit Besuch der Loreley hervorhob. Weitere Fahrten führten die Gäste aus dem Land der aufgehenden Sonne nach Prag und ins Erzgebirge, Ruhrgebiet, zur Landesgartenschau nach Bad Nauheim sowie nach Frankfurt. Eine besondere Freude bereitete das von Alexander Mehl geleitete Jugendmusikcorps den Gästen, als dieses jenes Lied intonierte, dessen Partitur das Musikcorps bei der Welcomeparty als Geschenk von der JDG erhalten hatte. Die weitere Gestaltung des Programms oblag den Gästen aus Warabi, wobei alle Delegationsmitglieder in deutscher Sprache „Sah ein Knab ein Röslein steh‘n“ sangen, während auf dem Klavier Yumi Hasegawa und Keiko Tsuyumu vierhändig zwei Lieder spielten. Einen Shintotanz zeigte Minako Akao, eine in dritter Generation angehende Priesterin.
DJG-Präsident Günter Weiß versicherte den Gästen in seinem Schlusswort, dass unter den etwa 45 DJGs in Deutschland und den zahlreichen deutsch-japanischen Städtepartnerschaften Linden „das große bewunderte Vorbild“ sei. Dies nicht nur wegen des regelmäßigen Jugendaustauschs, sondern auch der Bürgeraustausch habe Seltenheitswert in Deutschland. „Für viele Kenner der Problematik unvorstellbar, vierzig japanische Gäste in Familien unterzubringen, dazu noch 20 Jugendliche mit Betreuer in einem Zeitraum von gut vier Wochen. Das gilt für Linden und noch mehr für Warabi.“ Deshalb könnten beide Seiten mit Stolz auf mehr als 30 Jahre Austausch zurückschauen. Zuletzt hieß es dann noch „Sayonara 2012 in Warabi“.