Pohlheimer wollen ein Kamel gewinnen
13.04.2010 - GRÜNINGEN
Benefizrallye startet Ende April vom Allgäu in den Orient
Michael Bender. Eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt, die "Rallye vom Allgäu in den Orient", startet am 30. April zum fünften Mal in Oberstaufen. Die preiswerte Alternative zur Rallye Paris-Dakar ist für Menschen, die das Abenteuer suchen und ein wenig verrückt sind. Dazu gehören Peter Pfeiler, Yvonne Lippert und Henning von Gustedt (alle Pohlheim), Kai-Uwe Kaczmarek und Ines Rublack (Herten) sowie Uwe Diehl (Münchholzhausen).
Als Team "Sixpack", unterwegs in drei alten VW Passat, werden sie versuchen, ein echtes Kamel zu gewinnen. Dieses Kamel ist der erste Preis der Rallye und wird dem Gewinnerteam bei der Siegerehrung von Prinzessin Basmah bin Thal von Jordanien persönlich übergeben. Spannung und Vorfreude ist den heimischen Startern beim Gespräch mit dem Anzeiger in Grüningen in der Wohnung von Yvonne Lippert und Peter Pfeiler anzumerken.
Bereits während der Rallye sind verschiedene Aufgaben mit karitativem Hintergrund zu erfüllen, wie beispielsweise gesammeltes Kinderspielzeug und -bekleidung zu finanziell benachteiligten Kinderheimen abseits touristisch erschlossener Gebiete oder zu Flüchtlingslagern im jordanischen Grenzgebiet zu bringen. Außerdem muss beispielsweise ein Rollstuhl mit dem Rallyefahrzeug unbeschadet nach Amman transportiert werden. Sponsoren, für einen Kinderrollstuhl werden noch gesucht.
Wie in den Vorjahren werden auch 2010 die Rallyefahrzeuge in Amman in den Besitz des "World Food Programm" (WFP) übergehen und höchstbietend versteigert. Dementsprechend erfolgt die Rückreise mit dem Flugzeug. In den letzten vier Jahren konnte dem WFP durch den Fahrzeugerlös, weitere Spenden der teilnehmenden Teams und der Sponsoren der stolze Betrag von über 180000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Geld fließt auf ein Sperrkonto des WFP und wird zweckgebunden für die Projekte ausgezahlt, die von den Organisatoren der Rallye unterstützt werden.
Momentan wird der Aufbau einer Käserei mit einem noch in Planung befindlichen und angeschlossenem Jugendbegegnungszentrum im Wüstendorf Al Rabiat bei Amman finanziert. Diese Käserei wird es Beduinenfamilien ermöglichen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Außerdem sind ein Bäckerei- und ein Wasserprojekt in Planung.
Der Spaß und die Freude am Erkunden sind der Allgäu-Orient-Rallye ganz Eigen. So nebenher dient sie der Völkerverständigung. Sie wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wirklich "eines der letzten automobilen Abenteuer dieser Welt" bescheren.
Nicht jedes Fahrzeug kann teilnehmen. Hochgezüchtete "Boliden" werden erst gar nicht zugelassen. Denn nur Autos, die mindestens 20 Jahre alt und straßentauglich oder Fahrzeuge, die definitiv nicht mehr als 1111,11 Euro wert sind (Schwackeliste), werden zu der Rallye zugelassen. Ein Rallyeteam besteht in der Regel aus sechs Personen und drei Autos. Grundsätzlich gilt die freie Streckenwahl. Genutzt werden dürfen alle Straßen, allerdings keine Autobahnen und Mautstrecken. Mehrere Etappenziele müssen zur Erfüllung von Sonderprüfungen angefahren werden. Das erfordert schon jetzt eine gründliche Vorbereitung des Teams "Sixpack".