Weiterer Tierschutz-Preis für Daubringer Projekt
08.09.2010 - REICHELSHEIM/DAUBRINGEN
Verblüffende Ergebnisse bei Weiterentwicklung: Auch andere Klassen wollen jetzt „Klassenhund“ für mehr Konzentration
(juf). „Ja, Hunde haben Rechte!“, da sind sich die Grundschüler der Waldschule in Daubringen einig. In ihrem Projekt „Haben Hunde Rechte?“ sind sie der Frage intensiv nachgegangen. Für dieses besondere Engagement und die Arbeit der Projektgruppe der Waldschule bekamen die Schüler den Jugendtierschutzpreis der Quade-Stiftung des Bundes gegen missbrauchte Tiere (bmt) im Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim bei Friedberg verliehen. Der Preis geht an Kinder und Jugendliche, die sich in besonderer Weise um den Tierschutz verdient gemacht haben, und wurde vom Ehepaar Lydia und Karl-Heinz Quade aus Eberstadt. Der Leiter des Elisabethenhofes, Mike Ruckelshaus, sagte dazu: „Wir freuen uns ganz besonders, dass dieses Jahr der Jugendtierschutzpreis der Quade-Stiftung durch die beliebte Schauspielerin Radost Bokel, die, und darauf sind, wir ganz besonders stolz, eine besondere Beziehung zum Tierheim Elisabethenhof und zum bmt hat, verliehen wird.“ Radost Bokel dürfte den meisten aus dem Kinderfilm, basierend auf Michal Endes Roman, „Momo“ bekannt sein.
„Wenn meine Schule sich so engagiert hätte wie Ihre, wäre ich lieber in die Schule gegangen“, freute sich Bokel und bedankte sich mit einer Umarmung bei Schulleiterin Schmidt, für die Arbeit der Schüler und überreichte den mit 400 Euro dotierten Preis. Immerhin habe sie selbst zwei Hunde, beides Labrador Retriever, und freue sich, wenn sich Menschen, vor allem Kinder, für die Belange und Rechte der Tiere einsetzten. Anschließend erzählten die Schüler Theo, Greta, Tom, Conner, Lukas, Brian, Sofie und Luise mit eigenen Worten, wie sich das Projekt entwickelt hat. Sie hatten sich intensiv mit verschiedenen Wissenschaften beschäftigt - haben einen Blick in die Hirnforschung, Psychologie, Soziologie geworfen, in die Vergangenheit geschaut und erfahren, wie die Ansichten früher und heute waren und sind. Dabei fanden sie heraus, dass Hunde wie auch die Menschen im Gehirn über ein limbisches System verfügen und auch Gefühle wie Schmerzen empfinden können. Anschließend gingen die Kinder der Frage nach, was ein Hund so alles braucht, um glücklich zu sein. Dazu haben sie bei einer Hundelehrerin, einer Tierärztin, im Tierheim, aber auch beim Ordnungsamt nachgefragt und die gefundenen Informationen in einer Ausstellung in der Schule, aber auch im Rathaus, zusammengetragen und ausgestellt. Dafür erhielten sie 2009 den ersten hessischen Tierschutzpreis für Schulen (Kategorie Grundschulen).
Einig sind sich die Kinder mittlerweile auch, dass der Mensch die Verantwortung für die Hunde, aber auch alle anderen Tiere trägt und dass sich ein Hund im Klassenzimmer während des Unterrichtes nur dann wohlfühlt, wenn sich alle ruhig und leise verhalten. Der „Klassenhund“ gehört einer Lehrerin und darf einmal die Woche mit ins Klassenzimmer, wo er auch während des Unterrichts gestreichelt werden darf. Das Ergebnis verblüffte auch die Kinder selbst. Immer wenn der Hund da ist, arbeiten alle konzentrierter und ruhiger. Mittlerweile gibt es auch in anderen Klassen den Wunsch nach einem Klassenhund. Allerdings, und dass betonte die Schulleiterin, müssten auch hier die Schüler erst einmal die Projektarbeit leisten, damit sie auch genau wissen, was der Hund braucht. Aber damit nicht genug. Die Schule übernimmt schon seit Längerem Patenschaften für schwer vermittelbare Hunde eines Tierheims im Nachbarort. Mittlerweile „haben wir eine Glücksbringer-Urkunde“ bekommen, weil schon unser neunter Patenhund in dieser Zeit vermittelt wurde“, sagten die Kinder dazu stolz. Alle Patenhunde werden regelmäßig im Tierheim besucht und kommen auch einmal im Halbjahr in die Schule. Als Dank für den Preis haben die Grundschüler im Elisabethenhof eine Futterpatenschaft übernommen.