250 Besucher folgen Einladung zum Wettenberger Winterkonzert - Motetten der Romantik und der Moderne präsentiert
(kjf). "Jauchzet dem Herrn alle Welt", klang es vierstimmig durch die evangelische Kirche in Wißmar. Zum Abschluss der 22. Wettenberger Winterkonzerte gastierte das Marburger Oktett mit einem Programm aus Motetten der Romantik und der Moderne. Trotz des mit Eiseskälte und Schnee wiedergekehrten Winters war die Kirche mit 250 Besuchern gut gefüllt.
Die Motette entstand im Mittelalter als musikalisches Kunstwerk zur Ehre Gottes. In bis zu achtstimmigen Sätzen werden darin zentrale Botschaften des Christentums, Psalme und Gebete musikalisch gestaltet. In der Romantik wurde diese Kunstform verstärkt wieder aufgenommen. Besonders Felix Mendelssohn- Bartholdy widmete sich der Motette.
Mit "Jauchzet dem Herrn", "Auf Gott allein will ich hoffen" und "Denn er hat seinen Engeln befohlen" hatten die Marburger Sänger drei der unvergleichlichen Werke Mendelssohn-Bartholdys im Programm. Der Schwerpunkt lag aber eindeutig auf den norwegischen Komponisten, die diese Form erst recht spät übernahmen, dann aber weiter entwickelten.
Hartmut Raatz, zusammen mit Ralf Wicke der Bassist im Oktett, führte unterhaltsam und informativ durch den Abend. Im Sopran jubilierten Dorith Neumeyer und Miriam Jerabeck-Möller, im Tenor Michael Brauer und Marc Müllenhoff zu Ehren des Herrn. Im Alt sangen Regina Kuhl und Birgit Küllmar.
Unter den Motetten der Moderne hatte sich das Oktett vor allem auf den Komponisten Knut Nystedt, geboren 1915, konzentriert. Mit sechs seiner tief gläubigen Werke lieferte Nystedt ein Drittel des Programms. Unter den Romantikern war mit Edvard Grieg ein Meister vertreten, den man mit einigem Recht als Nachfolger Mendelssohn-Bartholdys bezeichnen könnte.
Mit den wichtigen Bestandteilen des Gottesdienstes, einem Gloria und einem Credo von Josef Gabriel Rheinberger, und einem "Pater noster" von Albert de Klerk leiteten die Sänger das Programm zum Ende, das mit dem Nachtlied von Max Reger und "Weil jetzo alles stille ist" von Hugo Wolf sehr romantisch und andächtig wurde. Still blieb es allerdings nicht, nachdem der letzte Ton verklungen war, sondern ein stürmischer Applaus erhob sich und das Oktett ließ sich noch zu einer Zugabe bewegen.