07. Februar 2012 08:25 Uhr
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Gießener Anzeiger

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Wettenberg 

Auf Ungerechtigkeiten aufmerksam machen

11.03.2010 - WETTENBERG

Klasse 4b der Grundschule Wißmar nimmt an Wettbewerb teil - Ausstellung im Rathaus

(cr). Fleißig am Geld sammeln waren die Schüler Felix, Julian, Janek, André, Billy und Paul am Dienstag bei ihrem Besuch in der Gemeindeverwaltung in Krofdorf. Auch Bürgermeister Thomas Brunner wurde sogleich von den Schülern der Grundschule Wißmar zu einem Spendenbeitrag aufgefordert. Das Wettenberger Gemeindeoberhaupt ließ sich nicht lumpen und steuerte seinen Beitrag zum Schulprojekt "Vozama" in Madagaskar bei. Die Klasse 4b der Wißmarer Grundschule nimmt derzeit an dem Wettbewerb "Eine Welt für alle" teil.

Mit drei großen Plakatwänden, die aktuell in der Gemeindeverwaltung ausgestellt sind, möchten die Schüler auf Ungerechtigkeiten einer globalisierten Welt aufmerksam machen. Dafür haben sie sich auch das Hilfsprojekt ausgesucht. Kinder auf dem Weg zur Schule sind in Madagaskar nämlich keine Selbstverständlichkeit. Dort liegt die Einschulungsquote zurzeit bei gerade einmal 54 Prozent. Nur 25 Euro kostet die Ausbildung pro Jahr für ein Kind, 300 Euro der jährliche Betrieb einer ganzen Dorfschule. "Vozama" ist übrigens die Abkürzung des Satzes "Retten wir die Kinder Madagaskars".

Im Religionsunterricht haben die 17 Schüler der 4b die Themen "Kinderrechte" sowie "Fasten" behandelt. Dabei spannte man den Bogen zu den Ausstellungsthemen. Bei der Ausübung von Verzicht soll die Barriere zwischen Arm und Reich durchbrochen werden, indem der Fastende gleichzeitig den Armen Speisen gibt oder mit Spenden für Gerechtigkeit sorgt. Durch die Teilnahme an dem bundesweiten Projekt "Eine Welt für alle" habe man im Unterricht die Idee zu der Ausstellung entwickelt, erklärte Religionslehrer Edwin Borg, der sich bei Brunner für die öffentlichkeitswirksame Präsentation bedankte.

Der Bürgermeister betonte, dass es ein Privileg sei, zur Schule zu gehen. "Das kann man gar nicht hoch genug schätzen." Ohne Bildung sei es ein Riesenproblem, Produkte zu erzeugen und zu vermarkten. "Ich finde es wichtig, dass sich junge Menschen mit dieser Thematik beschäftigen. Die Probleme des "Fair Trade", der "Kinderrechte" und des "Chancengebens" sei bildlich hervorragend umgesetzt worden, sagte Brunner. So ist auf einem Plakat eine Waage zu sehen, die in Richtung Armut ausschlägt. Hier blickt der Betrachter in hungrige Kinderaugen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Reichtums sind Microsoft-Gründer Bill Gates und der US-Investor Warren Buffett zu sehen. Beide gehören zu den reichsten Männern der Welt. "Fair Trade" ist ebenso ein wichtiger Punkt der Ausstellung. "Menschen, die Produkte anbauen oder herstellen, müssen gerechte Löhne und Preise bekommen", heißt es dort auf dem Plakat. Wenn alle Menschen fair einkaufen, gibt es weniger Armut.

Die Ausstellung ist noch unter der Woche in der Gemeindeverwaltung zu sehen. Hier kann auch ein Beitrag für das Schulprojekt in Madagaskar gespendet werden. Die Ausstellung wandert in den nächsten Wochen durch Wettenberg und soll schon bald in der Wißmarer Grund-schule zu begutachten sein. Hier wird die Klasse 4b auch weiter versuchen, genügend Geld für die Schüler in Madagaskar zu sammeln.

Felix, Julian, Janek, André, Billy und Paul (vorne, v. l.) sowie Bürgermeister Thomas Brunner und Religionslehrer Edwin Borg präsentierten die Ausstellungsplakate in der Gemeindeverwaltung. Bild: RügerVergrößern

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