Am Gleiberger Nordtor wächst nun eine neue Linde
27.04.2010 - WETTENBERG
Sängervereinigung und Bürgerprojekt unterstützen Pflanzaktion mit je 200 Euro - Gemeinde zahlt den Rest - Alte Linde aus Sicherheitsgründen gefällt
(mo). Einige Meter neben dem mächtigen Wurzelstock der aus Sicherheitsgründen gefällten Linde mit einem Durchmesser von 1,70 Meter am Gleiberger Nordtor wächst nun eine neue, schon gut vier Meter hohe Linde. Mitarbeiter der Baumschule Rinn aus Heuchelheim pflanzten den Baum, der als "Friedenslinde" bezeichnet wird, in die vom Betriebshof vorbereitete Pflanzgrube. Bürgermeister Thomas Brunner legte eine runde Schatulle mit aktuellen Angaben zu Gleiberg und Wettenberg mit in die Pflanzgrube, die von ihm, Bürgermeister a.D. Gerhard Schmidt, Georg Schlierbach von der Sängervereinigung Gleiberg und Oskar Lautz zugeschaufelt wurde. Auch Wettenbergs Umweltberater Michael Krick, der sich um die Pflanzaktion gekümmert hatte, war dabei.
Die Sängervereinigung und das Bürgerprojekt Gleiberg unterstützten den Kauf der 1500 Euro teuren Linde mit je 200 Euro. Den Rest zahlt die Gemeinde. Gerhard Schmidt, auch stellvertretender Vorsitzender des Gleibergvereins, hob hervor, dass der Verein dem alten Gleiberger Ortskern eng verbunden sei. Die Linde habe eine große geschichtliche Bedeutung gehabt. "Besonders nach Kriegen oder Pestepidemien gab es in den vergangenen Jahrhunderten den Brauch, sogenannte Friedenslinden zu pflanzen", sagte Thomas Brunner. "Dieser Tradition folgend wurden zum Jahrhundertwechsel 1899/1900 auch in der Gemeinde Wettenberg Linden gepflanzt, zum Beispiel in Wißmar vor dem Heimatmuseum und in der Bahnhofstraße/Ecke Langgasse sowie auch die im Winter aus Sicherheitsgründen gefällte Linde am Gleiberger Nordtor." Schuld daran, dass gerade dieses Exemplar der sonst sehr alt werdenden Linden schon so morsch war, sind alte Schäden. Dazu kam ein Blitzschlag im Jahr 1988, der einen Leitast sowie den Stamm aufriss. Schon zu dieser Zeit sei über eine Neupflanzung nachgedacht worden, da die Standsicherheit nur noch eine begrenzte Zeit gewährleistet war.
Eine weitere Untersuchung im Jahr 1993 bestätigte die Ausweitung der Kernfäule. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Kronensicherung eingebaut, um den Druck auf die Stämmlinge abzufangen. "Das Problem war damit nicht gelöst, sondern nur verschoben", so Brunner. Das Gutachten des Sachverständigen habe sich bei der Fällung bestätigt: Die Linde hätte jederzeit in mehrere Teile zerbrechen können. Der Sängervereinigung Gleiberg und dem Bürgerprojekt Gleiberg dankte der Rathauschef für die finanzielle Hilfe.