Viertes „Gleiberg rocks“ schon jetzt sicher
04.06.2010 - WETTENBERG
Zeitpunkt von finanzieller Bilanz abhängig - 800 Menschen erleben Huldigung an „Bon Jovi“ und „Red Hot Chili Peppers“
(lad). Die dritte Auflage der Open-Air-Konzertveranstaltung „Gleiberg rocks“ am Mittwoch stand ganz im Zeichen der Huldigung der Musik solcher Rockhelden wie „Bon Jovi“ und „Red Hot Chili Peppers“. Rund 800 Rockfans strömten am Abend vor Fronleichnam dazu in den Innenhof der Burg Gleiberg. Doch nicht die Originale rockten auf der Bühne, sondern die drei Coverbands „Bounce“, „Mother’s Milk“ und Coda“ imitierten ihre Vorbilder. Von Stunde zu Stunde, von Auftritt zu Auftritt rückte das Publikum immer näher an die Bühne, denn die Authentizität gewann immer mehr an Güte.
Schließlich war es die Bon-Jovi-Coverband „Bounce“ aus Wülfrath (bei Wuppertal), die bis kurz nach Mitternacht als Hauptattraktion des Mini-Festivals die Gefolgschaft endgültig in ihren Bann zog. Selbst durch den bombastischen Sound des Quintetts wiedererweckte schlafende Krieger der Burg hätten wohl blindlings ihre Königstreue erwiesen. Denn bei geschlossenen Augen war fast kein Unterschied zwischen der stimmlichen Präsenz eines Jon Bon Jovi und die des Bounce-Sängers Oliver Henrich auszumachen. Mit dem Set, das von Höhepunkt zu Höhepunkt der Heroen aus New Jersey hüpfte, hatte die Tributband ein Leichtes, das Publikum zum Mitfeiern und Mitsingen zu animieren. Was mit „One Wild Night“ und „Born To Be My Baby“ begann und mit neueren Songs wie „Lost Highway“ oder „Have A Nice Day“ fortgeführt wurde, mündete aber erst spät in ein Finalset aus den alten 80er-Hits mit „Runaway“, „Wanted Dead Or Alive“ oder „Livin’ On A Prayer“. Der eiskalte, die Burg umwehende Wind, zehrte unentwegt am Gemüt der Zuhörer. Doch mit ihrer überzeugenden Show und dem Hit „Keep the Faith“ als glorreiches Finale ließ die angeblich meistgebuchte Bon-Jovi-Tributband der Republik das Publikum bis zuletzt gut gelaunt mitrocken.
Nach der fulminanten zweiten Auflage von „Gleiberg rocks“ im vergangenen Jahr, die wegen der Verpflichtung der „Rodgau Monotones“ sogar noch doppelt so viele Zuhörer anlockte wie diesmal, hatten die beiden Veranstalter Carsten Siebert und Torsten „Hardy“ Hartmann (von der Gastgeberband „Mother’s Milk“) nun gleich ein Jahr später mit einer Fortsetzung nachgelegt. Diesmal sollten ganz nach dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ aber wieder nur Coverbands auf der Burg rocken. Deshalb war das Organisatorenteam auch nicht deprimiert, weil der Burghof nur zur Hälfte gefüllt war.
Bereits die Vorspeisen des Abends machten die Veranstaltung zu einem tollen Rockspecktakel. Die Gießener Coverbands „Coda“ und „Mother’s Milk“ hatten vor dem Hauptakt zwei Stunden lang den Burghof mit ihren Auftritten eingeheizt. So servierten die Opener „Coda“ um Sänger Michel Schmied einen Rundumschlag so druckvoller Hardrock-Klassiker wie „Stormbringer“ (Deep Purple), „Holy Diver“ (Dio), „Heaven and Hell“ (Black Sabbath) oder „Radar Love“ (Golden Earring). Auch gefiel der 21-jährige Frontmann mit seinem röhrenden, kreischenden und in den extremen Höhen schmetternden Timbre.
Ganz im Stile der „Red Hot Chili Peppers“ rockte anschließend die Band „Mother’s Milk“, zu der neben den beiden Veranstaltern Hartmann (Gesang) und Siebert (Schlagzeug) auch Christoph Barth (Gitarre) und Benjamin Schäfer (Bass) gehören. Sie bewegten sich mit den Peppers-Hits wie „Californication“ oder „By the Way“ auf den melodiöseren Gefilden der Kalifornier. Als besonderes Bonbon traten im Song „Aeroplane“ zwei Söhne von Siebert mit Freunden als kleiner Kinderchor mit auf. Ein Extra-Applaus war ihnen sicher.
Eine Fortsetzung von „Gleiberg rocks“ wird es geben, ist sich Organisator Torsten Hartmann sicher. Nur, ob die vierte Auflage schon im kommenden Jahr oder später stattfindet, sei abhängig von der jetzigen finanziellen Bilanz.