"Komm raus und spiel´ den amerikanischen Alptraum"
09.02.2010 - WETZLAR
Anspruchsvoller Rock von heimischen Bands im Wetzlarer Franzis - Gießener Frauenpower bei "Calamity Jane" und "Blacktop Cherry"
Klaus- J. Frahm. "Calamity Jane" hieß die erste Band, die im Franzis loslegte. In Kalamitäten (Schwierigkeiten) brachte sie das Publikum aber nicht, sondern in beste Stimmung. Benannt nach einer verkannten amerikanischen Heldin des Alltags haben sich die Gießener Musiker einem gut arrangierten anspruchsvollen Rock verschrieben, der sofort mitriss.
Sängerin Oana Gottschald ist für die anspruchsvollen Texte zuständig, die sie überzeugend singt. "American Nightmare" oder "Come out an play" heißen die Songs, die musikalisch von der Gruppe gemeinsam entwickelt werden. Die beeindruckende Frontfrau wird dabei von Nadja Gerdt an der Gitarre und Kyra Fichtner am Bass flankiert. Für den richtigen Drive sorgt aus dem Hintergrund Schlagzeuger Dirk Schäfer.
Viel zu kurz war dem Publikum der Auftritt der quirligen Frauen und so wurde noch eine Zugabe erklatscht, bevor die Bühne frei wurde für "Blacktop Cherry". Stilistisch blieb es beim ausgefeilten anspruchsvollen Rock.
Mit Frontfrau Inga Lachmund haben auch die "Asphaltkirschen" eine ausnehmend gute Sängerin, die dazu auch eine ansehnliche Performance bietet. Roy Ackmann an der Gitarre, Markus Moritz am Bass und Michael Amersbach am Schlagzeug spielten soliden Rock und Inga Lachmund wirbelte dazu über die Bühne, wie ein Wirbelwind. Die Gießener Combo spielte ebenfalls ausschließlich eigene Stücke, die das Publikum begeisterten.
Mit einer Soloballade, begleitet allein vom Gitarristen Roy Ackmann, zeigte Inga Lachmund, dass sie auch eine Meistein der leisen Töne ist.
Zum Schluss kamen dann vier Männer auf die Bühne, die sich einer härteren Gangart verschrieben haben. Mit harten Riffs und rauem Gesang ließen es Sänger Manuel Sohn, Gitarrist Christoph Barth, Bassist Eckhard Herrmann und Schlagzeuger Alexander Janka so richtig krachen. "My Mistress´ Eyes", benannt nach einem Sonett von William Shakespeare, in dem die wahre Liebe ohne übertriebene Vergleiche auskommt, spielten vorwiegend eigene Songs von klarer Direktheit.
Das Publikum war von allen drei Bands begeistert, und vereinzelt wagten sogar einige zu tanzen.