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Gießener Anzeiger

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Kultur 

„Tanzart ostwest“ vom 20. bis 24. Mai mit Compagnien aus zahlreichen Ländern

07.05.2010 - GIESSEN

Von Tanja Löchel

Mythologisches wie „Orpheus und Eurydike“ (Theater Vorpommern), „Spaziergang eines Fauns“ (Theater Chemnitz) und „Cassandra“ (Gießener Tanzcompagnie), Mythen der Moderne („Eine Faust-Symphonie“, Thüringer Ballett Gera) und Geschichten aus dem Paradies („Frucht“, Kielce Dance Theater Polen und „Heaven“, Compañía Acqua Alta aus Spanien) sind einige Themen der diesjährigen „Tanzart ostwest“. Ein Querschnitt zeitgenössischen Tanztheaters wird vom 20. bis 24. Mai gezeigt.

23 Compagnien und Choreographen aus Spanien, Polen, Belgien, Großbritannien, Israel, Taiwan, Italien, Israel, Kanada, Österreich und Deutschland gastieren im TiL und im großen Haus des Stadttheaters.

„Tanzart“-Organisator Tarek Assam informierte im Pressegespräch, dass drei Mitglieder der Tanzcompagnie Gießen sowie Schauspieler und Regisseur Christian Fries am 23. Mai ab 19 Uhr im TiL Stücke zeigen: Svende Obrochi choreographiert „Angeklebt und wurzelfrei“, Keith Chin „A family thing“ und Antonia Heß gemeinsam mit Fries „Antonia verliert ihr Taschentuch“. Eine der ersten Absolventinnen des Studiengangs „Choreographie und Performance“ der Gießener Uni; Lina Lindheimer, führt am 22. Mai (17 Uhr, TiL) ihr Stück „Wie sie, wenn sie …“ auf.

Die Eröffnungspremiere am 20. Mai (20 Uhr, TiL) befasst sich mit dem damals prägenden Afrika-Bild des deutschen Militärarztes Gustav Nachtigall, der von 1869 bis 1874 durch die Sahara bis zum Tschad-See reiste und Berichte darüber schrieb. Tarek Assam und Mirko Hecktor, der ebenfalls schon mit dem Ballettchef „Marlene“ und „Welt der Engel“ auf die Bühne brachte, zeichnen für die Choreographie verantwortlich. Tanzdramaturgin Stefanie Fiedler und Assam erläuterten, dass auch das heutige Verständnis von Afrika aus eurozentristischer Sicht unter die Lupe genommen wird. Sogar Klischees und die Nachwirkungen der Kolonialzeit werden im Stück Eingang finden. Unter anderem sollen Texte von Nelson Mandela gelesen werden.

Der Auftakt zur „Tanzart“ am nicht theatralen Ort findet am 15. Mai (19.30 Uhr) in der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft statt. „Stop the Press!“ heißt der Titel. Kreierte hat die Aufführung der italienische Performancekünstler für Straße und außergewöhnliche Orte, David Finelli, der nun in Spanien ansässig ist. Zwei Herstellungsräume und das Papierlager werden bespielt.

Ebenfalls am 15. Mai um 16 Uhr wird in der „Kümmerei“ eine Fotoausstellung von Rolf K. Wegst, der die Tanzproduktionen jahrelang begleitet hat, eröffnet. Eine Podiumsdiskussion im Netanya-Saal des Alten Schlosses (24. Mai, 16 Uhr) soll dem Tanz in Hessen und den Förderungsstrukturen des Tanztheaters nachgehen. Gäste sind unter anderem Dieter Buroch (Mousonturm Frankfurt) und Jan Deck (Landesverband professionelles Theater in Hessen).

Vom 22. bis 24. Mai werden drei Workshops (Klassisches Ballett, Zeitgenössischer Tanz, Franklin-Methode) am Schlachthof durchgeführt. Und Studenten vom Fachbereich Sport der JLU werden in der Innenstadt Darbietungen anbieten. Weitere Informationen gibt das ausliegende Programm zur „Tanzart ostwest“ und www.stadttheater-giessen.de

Ballettdirektor Tarek Assam und Tanzdramaturgin Stefanie Fiedler. 	Foto: Löchel

Ballettdirektor Tarek Assam und Tanzdramaturgin Stefanie Fiedler. Foto: LöchelVergrößern

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