„Leiermann & Elfenklang“: Unterhaltsamer Abend bei Dudelsackmusik
12.01.2011 - GIESSEN
(hsc). Musik im Physikhörsaal? Nicht gerade alltäglich, doch in der Kulturstadt möglich, wie sich am Montag zeigte. Das Trio „Leiermann & Elfenklang“ servierte im Hörsaal des Physikalischen Institus eine aparte, sehr musikalische Mischung aus verschiedenen Richtungen der Folkmusik. Und da Danila Köhler, Norbert Ankenbauer und Leonie Köhler ihr Handwerk verstehen, war es ein sehr unterhaltsamer Abend.
Schon die Instrumentierung des in Gießen ansässigen Trios ist ungewöhnlich, spielt doch Leonie Köhler neben der Querflöte auch noch Dudelsack, und Ankenbauer verwendet neben der Gitarre gelegentlich eine exotisch klingende Drehleier, während sich Danila Köhler auf die Geige beschränkt - fast schon ungewöhnlich. Für den „Elfenklang“ sorgen im Wesentlichen die beiden Frauenstimmen, obgleich das Trio sich öfters auch in angenehmem Dreiersatzgesang hören lässt.
Erst mal klingt die Musik vertraut, schließlich hat man prinzipiell die britischen und französischen Folkloreweisen schon mal gehört (die irischen schon sehr oft) und kennt ihre tanzbare Grundstruktur. Dabei bemerkt man zum einen Ankenbauers vielfältige Gitarrenarbeit, in der zahlreiche Akkorde verwendet werden, was die Sache interessant klingen lässt. Doch auch Leonie Köhlers Dudelsack- und besonders ihr Spiel auf der Flöte sind zwar typisch, zeugen aber auch von frischer, individueller Gestaltung abseits ausgetretener Pfade. Last not least erfüllt Danila Köhlers Geigenspiel dieselben Voraussetzungen: harmonisch tragend und solistisch variabel. Man spürt sofort, dass diese Gruppe schon länger gemeinsam Musik macht.
Zusammen mit dem versierten, tatsächlich lieblichen Gesang der Frauen - alles wird ohne Verstärker gespielt - ergibt das eine ungewöhnliche musikalische Präsenz, die aus den Aspekten Vertrautheit und Abwechslung hörenswertes Kapital zu schlagen vermag. Ankenbauers flotte, heitere Moderation beleuchtet einige der musikalischen und inhaltlichen Aspekte - Matrosen, Schiffe, siebenjährige Reisen und einsame Inseln spielen wichtige Rollen. Erstaunlich, wie in einem optisch stocknüchternen Hörsaal - der gar nicht schlecht klingt - die Musik dieses Trios sich entfalten und ihre anrührende Wirkung gleichsam trotzdem entfalten kann: ein Vergnügen.