„Wie im Lehrbuch“
28.05.2010 - GIESSEN
Auf Bänninger-Gelände beginnen Abbrucharbeiten
(Äat). Jetzt rollen die Bagger auf dem ehemaligen Bänninger-Gelände zwischen Schiffenberger und Erdkauter Weg. Der Abruch der alten Fabrikgebäude hat begonnen. Damit geht die Umgestaltung der Industriebrache des einst größten Fittingherstellers der Region in eine weitere Phase. Der neue Eigentümer, die „Grundstücksentwicklungsgesellschaft Schiffenberger Weg“ wird fast alle Gebäude abbrechen, schadstoffbelastete Bereiche sanieren, damit der Gesamtkomplex neu genutzt werden kann.
Wie Stadtbaurat Thomas Rausch und Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich mitteilen, wird die Großbaumaßnahme durch das städtische Umweltamt und das Stadtplanungsamt im Rahmen der Fördermaßnahme des Landes „Stadtumbau in Hessen“ „bürgernah begleitet“. Dazu werden Informationen über Arbeiten gegeben oder direkte Fragen von Anwohnern oder Gewerbebetrieben in der Nachbarschaft beantwortet. Zusätzlich können öffentliche Baustellenbegehungen angeboten werden. „Insgesamt“, so Weigel-Greilich, „wird damit die Umwandlung eines Altstandortes in ein Gewerbegebiet, also innerstädtisches Flächenrecycling wie im Lehrbuch, durch die Stadt Gießen unterstützt.“
Derzeit wird auf dem Gelände in Vorbereitung der eigentlichen Abbrucharbeiten eine zentrale Lager- und Bereitstellungsfläche hergestellt. Der Abbruch erfolge unter Aufsicht einer umwelttechnischen Fachbauleitung und Einhaltung strenger Auflagen des Regierungspräsidiums. Während Abbruchmaterialien wie Holz oder Metall extern entsorgt werden sollen, ist für die mineralische Bausubstanz, soweit nicht verunreinigt, eine Wiederverwertung vor Ort vorgesehen.
Mit den Bodensanierungsarbeiten, die aufgrund des Umgangs mit Schadstoffen während der langjährigen industriellen Nutzung des Grundstückes notwendig sind, wird erst nach Abschluss der Abbrucharbeiten begonnen. Zunächst werden sich alle Arbeiten nur im inneren Bereich des ehemaligen Firmengeländes abspielen. Zusätzlicher Lkw-Verkehr oder Staubentwicklung wird nach Aussagen der Bauleiter vor Ort nicht entstehen. Das Gelände selbst ist gegen unbefugten Zutritt gesichert und wird zusätzlich rund um die Uhr durch einen Wachdienst kontrolliert. Stadt und Grundstücksmiteigentümer Daniel Beitlich gehen davon aus, dass die Nachbarn der neuen Großbaustelle zum jetzigen Zeitpunkt keine Auswirkungen der Abbruch- oder Sanierungsarbeiten spüren werden.
Das städtische Amt für Umwelt und Natur beantwortet Fragen rund um die Abbruch- und Sanierungsarbeiten unter 0641/306-2116.