04. Februar 2012 08:03 Uhr
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Gießener Anzeiger

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Wirken der Ambulanz eine „Erfolgsgeschichte“

12.06.2010 - GIESSEN

Zum zehnjährigen Bestehen zweitägige Fachtagung

(fm). „Die Psychotherapeutische Ambulanz dieses Instituts ist ein Kernstück der psychotherapeutischen Ausbildungsgänge“, sagte Prof. Dr. med. Burkhard Brosig gestern vor rund 60 Gästen im Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Gießen (Ludwigstraße 73). Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Ambulanz (der Anzeiger berichtete) begann am Nachmittag eine zweitägige wissenschaftliche Tagung, zu der die Vertreter aller elf Institute der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) aus der Bundesrepublik eingeladen wurden.

Laut Brosig ist das bisherige Wirken der Ambulanz „eine Erfolgsgeschichte“. „Viele Patientinnen und Patienten wurden hier mit großer Fachkenntnis, professioneller Sorgfalt und einer Haltung des geduldigen, ruhigen, manchmal auch konfrontativen Annehmens, beraten und in ambulante Psychotherapien oder Psychoanalysen vermittelt.“ Nach Klaus Möhlen, Susanne Waltz-Pawlita, Gudrun Behrens-Hardt liegt die Leitung der Ambulanz derzeit in Händen der Psychologischen Psychotherapeutin Annemie Schultz-Amling. Letztere schilderte zu Beginn die Entwicklung der Ambulanz, ihre Organisationsstruktur und Funktionen und gab einen Ausblick auf die Zukunft. Im Beisein der Ambulanz-Mitglieder Anette Schultze-Leva und Änne Hamel sagte Schultz-Amling, bei der Tagung gehe es um einen lebendigen Erfahrungsaustausch mit den Kollegen und Kolleginnen anderer Institutsambulanzen. Abgeglichen werden sollten die jeweiligen Aufgaben- und Problemstellungen und der Stellenwert, den die Ambulanzen in der psychoanalytischen Ausbildung der DPV hätten. In ihrem Vortrag über den Wunsch nach und die Angst vor Veränderungen stellte Marita Schütz-Hartmann fest, dass es Zeit und Raum brauche, um mit Hilfe einer Analyse oder einer Langzeitpsychotherapie bei den Patienten ein Gefühl für bisher unentdeckte Fähigkeiten und Potenziale zu wecken.

Über den „Umgang mit schwierigen Passagen bei Patienten mit unausgewählten Störungen in der Ambulanz“ spricht heute Vormittag Dr. Anne Laimböck (Innsbruck). Das Verhältnis zwischen Patient und Therapeut steht im Mittelpunkt des Vortrags von Bernd Keuerleben. Weitere Fachvorträge halten die Psychologische Psychotherapeutin Christa Leiendecker (Frankfurt/Main) und der Präsident der Psychotherapeutenkammer Hessen, .Jürgen Hardt.

Laut Schultz-Amling haben in den letzten zehn Jahren 76 Mediziner im Rahmen ihrer Ausbildung zum Psychotherapeuten in der Institutsambulanz mitgearbeitet.

Ihre Mitarbeit war unentgeltlich, weil die Auszubildenden im Gegenzug in den Genuss von - normalerweise teuren - Supervisionsstunden kamen. Mit dem Cello umrahmt wurde die Feierstunde von Torsten Oehler vom Stadttheater und seiner Ehefrau als Flötistin. Foto: Maywald

A. Schultz-Amling

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