Berührende Liedtexte und einfühlsame Melodien
07.02.2012 - GIESSEN-LÜTZELLINDEN
Konzert mit Werner A. Hoffmann und Erich Remmers zu einem Rembrandt-Bild
(rl). Rund 120 Besucher waren zu einem Konzert in der Evangelischen Gemeinschaft in Lützellinden gekommen. In der Reihe „Viertel vor Acht-Abende“ trat der Sänger Werner Arthur Hoffmann aus Wesel auf, der in den vergangenen 20 Jahren vor allem durch Lieder wie „Kommt, stimmt doch mit uns ein“ in christlichen Gemeinden bekannt geworden ist.
14 Jahre hat der 48-Jährige als Prediger und neun Jahre als Jugendevangelist gearbeitet. Zudem war er als Pianist und Sänger deutschlandweit unterwegs. Vor zehn Jahren erwischte ihn eine schwere Lebenskrise, die noch heute Auswirkungen auf sein musikalisches Schaffen hat. So war Hoffmann im Haus der Gemeinschaft nicht mit seinen zuweilen fröhlichen Liedern aus früheren Zeiten zu hören. Die Besucher erlebten einen durch die Krise gereiften und nachdenklicheren Künstler. Während eines halbjährigen Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik sei ihm ein Buch des katholischen Theologen, Psychologen und Schriftstellers Henri Jozef Machiel Nouwen (1932 - 1996) zum Rettungsanker geworden, erzählt er freimütig seinen Zuhörern. In dem Buch mit dem Titel „Nimm sein Bild in dein Herz“ geht der Autor auf ein Meisterwerk des niederländischen Malers Rembrandt (1606 - 1669) ein, das unter dem Namen „Die Rückkehr des verlorenen Sohns“ bekannt ist. Darauf ist die biblische Geschichte aus dem Lukasevangelium in einem eindrücklichen Bild festgehalten. Der Sohn, der sich einst vom Vater abgewandt hatte, kehrt nun reumütig zurück nach Hause. Dort legt der Vater seine Hände auf den Sohn und nimmt ihn wieder in seinem Haus auf.
Sehnsucht und Geliebtsein
Seit Jahrhunderten wird diese Geschichte als Sinnbild für Gott und den Menschen verwendet. Nouwen hat in seinem Buch diese Geschichte in immer neuen Kapiteln tiefgründig ausgearbeitet.“ Die Aussagen dieses Buches haben mich tief berührt“, schildert Hoffmann seine Erlebnisse im Gespräch mit Gemeindeleiter Jürgen Schmidt. Zurück aus der Klinik, hat er seinen Freund und Texter Erich Remmers, der Pastor in Mörschbach im Hunsrück ist, gebeten, singbare Texte aus dem Nouwen-Buch zu schaffen. Insgesamt 13 Lieder sind daraus entstanden, die Hoffmann im August 2011 als CD unter dem Titel „Immer geliebt“ herausgebracht hat und nun bei Konzerten vorstellt. In Lützellinden kam es erstmals dazu, dass nicht nur Hoffmann, sondern auch Remmers auf der Bühne das Programm gestalteten. Zwischen den Liedern zitierte Remmers Texte des Holländers.
Die Lieder handeln von Sehnsucht, vom Angenommen- und Geliebtsein. Musikalisch kommen die Lieder als Klavier-Popballaden daher, die Hoffmann selbst am Piano spielt. Unterstützt wird das Konzert mit Bildausschnitten aus Rembrandts Bild „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“. Es ist der Mix aus einfühlsam gespielter Musik, poetischen Liedtexten, herausfordernden Nouwen-Texten und anrührenden bildlichen Details, die den Zuschauer tief berühren, meint Schmidt.
Der Abend habe Impulse „über den liebvollen Vater im Himmel“ gegeben“. Als Zugabe sang Hoffmann das Lied „Alles hat seine Zeit“, in dem es heißt: „Gott wird dich immer lieben. Das bleibt in Ewigkeit.“ Die seit mehr als 14 Jahren veranstalteten „Viertel vor Acht-Abende“ sollen am 24. März fortgesetzt werden.