"Gewerblicher Rechtsschutz" Thema des Langgönser Unternehmerstammtischs - Schwierige Inhalte anschaulich vermittelt
(ikr). Unter dem Motto "Gewerblicher Rechtsschutz" stand der dritte Langgönser Unternehmerstammtisch. Eingeladen hatten der Gewerbeverein Langgöns sowie Patentanwalt und Diplomchemiker Dr. Frank Schneider und die Noweda e.G. in die Firma Noweda im Gewerbegebiet Perchstetten.
Schneider erläuterte die gesetzlichen Grundlagen des gewerblichen Rechtsschutzes. Der Experte klärte verständlich über Schutzrechte wie Patent, Gebrauchsmuster, Marke und Geschmacksmuster auf. "Das Patent ist ein Verbietungsrecht, das der Fortschrittsförderung dient. Im Patentgesetz sind Erfindungen geregelt", erklärte er. Wer ein Patent haben wolle, müsse dieses beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) anmelden und prüfen lassen. Dann werde es erteilt oder zurückgewiesen. Jeder dieser drei Schritte kostet Gebühren.
"Patente gelten als `als so teuer`, weil sie in jedem anderen Land wieder erneut gebührenpflichtig sind, denn sie sind jeweils nur national gültig", informierte Schneider. Deshalb sei oft eine anwaltliche Vertretung nötig, und auch etwaige Gerichtsverfahren seien teuer. Nur wenn es eine Erfindung weltweit noch nicht gibt, hat sie Aussicht auf Patentierung. Allerdings müssen dabei die guten Sitten gewahrt bleiben: So wurde der gentechnisch veränderten Labormaus, der aus dem Rücken ein menschliches Ohr wuchs, kein Patent erteilt, weil diese "Erfindung" als sittenwidrig eingestuft wurde. In Deutschland werden jährlich zigtausende neue Patente ausgestellt.
Dr.-Ing. Manfred Felske-Zech, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereiches Starthilfe und Unternehmensförderung, Innovation und Umwelt der IHK Gießen-Friedberg, erläuterte, wer und was beim gewerblichen Rechtsschutz gefördert wird und ob es sich lohnt, Schutzrechte anzumelden. Er wies insbesondere auf die IHK-Erfindersprechtage hin, bei denen jeder Interessent 20 Minuten kostenlos und vertraulich mit einem Patentanwalt sprechen könne. Der nächste Erfindersprechtag in Gießen ist am 7. Juli.
Weitere Angebote der IHK Gießen-Friedberg sind die Erfinderberatung und der Arbeitskreis Patentfachleute. Felske-Zech stellte die Patentaktion des Bundeswirtschaftsministeriums vor, die kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründer bei der Patentanmeldung unterstützt. Der Förderzuschuss pro Teilnehmer beträgt bis zu 800 Euro.
Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Sascha Gewiese, und Michael Schumacher von Noweda hatten neben rund 20 Langgönser Unternehmern auch Martin Hanika, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, und Barbara Fandré, die Vorsitzende der FDP-Fraktion, begrüßt.
Der Betriebsleiter der Langgönser Noweda-Niederlassung, Michael Schumacher, zeigte einen Imagefilm der Firma Noweda, die ein genossenschaftliches Pharma-Großhandelsunternehmens ist, das seine Wurzeln in Nordrhein-Westfalen hat.
Der Betrieb in Langgöns ist die zehnte Niederlassung und der südlichste Standort; von hier aus werden Apotheken in ganz Hessen beliefert. Das Großunternehmen ist Eigentum von über 6000 Apothekern, denen die Noweda-Mitgliedschaft zahlreiche Vorteile bietet.
Weitere Informationen und Hilfsmaterial unter www.dpma.de und www.itb-hessen.de