Frage „Wie fit ist ihr Unternehmen?“ im Fokus
09.06.2010 - GIESSEN
Pia Tischer stellt beim „Runden Tisch“ von Fakt die Temp-Methode vor - „Die Firma als Ganzes unter die Lupe nehmen“
GIESSEN (viw). Was brauchen kleine und mittelständische Unternehmen, um erfolgreich zu sein oder zu werden? Diese Frage stellte Pia Tischer von der Firma „arsmedia“ aus Nidda im Rahmen des monatlich stattfindenden Tavola Ronda, dem Runden Tisch des geschäftsorientierten mittelhessischen Vereins Fakt.
„Wie fit ist ihr Unternehmen?“ - mit dieser Frage brachte die 40-jährige Referentin, die seit 20 Jahren im Beruf steht und seit zehn Jahren selbstständig ist, das Thema des Abends auf den Punkt.
„Jedes Jahr erscheinen tausende von Managementbüchern, die sich mit einzelnen Bereichen rund um das Thema ‚Erfolgreiches Unternehmen‘ beschäftigen“, führte Pia Tischer aus. Es gebe Bücher zu Vertrieb und Marketing, Personalführung, Motivation, Finanzen und vielem mehr, eröffnete die Referentin ihren Vortrag. Diese Bücher beleuchteten aber immer nur Teilaspekte und nicht das Unternehmen und den Unternehmer als Ganzes.
„Das kann gefährlich werden“, warnte Pia Tischer: „Denn wenn sie sich zum Beispiel ausschließlich auf das Thema Vertrieb konzentrieren, bleiben oft Mitarbeiter und Prozesse auf der Strecke. Stellen sie die Mitarbeiter in den Mittelpunkt, bricht Ihnen womöglich der Umsatz weg“, warnte Tischer.
Im weiteren Verlauf ging sie auf die nach der von Prof. Knoblauch entwickelten „Temp-Methode“ relevanten Unternehmensbereiche ein. Dies sind „Teamchef“, „Erwartungen der Kunden“, „Mitarbeiter“ und „Prozesse“. Der Unternehmer habe die spannende Herausforderung, in diesen vier Disziplinen gleichermaßen fit zu sein, damit sein Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen könne. Anhand einer praktischen Übung erfuhren die Teilnehmer, wie fit sie im Bereich „Teamchef“ sind und mit welchen Methoden sie sich weiter verbessern können.
Pia Tischer gab Empfehlungen, die das Unternehmerleben erleichtern sollen. So sei es zum Beispiel wichtig, eine Planung für alle Lebensbereiche zu haben und auch nicht davor zurückzuschrecken, alte Zöpfe abzuschneiden. Unter der Überschrift: „Beruflich Profi und privat ein Amateur“ machte Sie deutlich, wie wichtig das Thema Work-Life-Balance ist. „Vom Gelebt werden zum eigenen Leben zurückzukehren“, nennt das Tischer. Neben Tipps zur Entwicklung der Unternehmenspersönlichkeit gehören zur ganzheitlichen Temp-Methode aber auch ganz praktische Methoden wie Zielvereinbarungen mit Mitarbeitern oder eine schriftliche Fixierung der Unternehmensstrategie.
Bilanzen und betriebswirtschaftliche Auswertungen seien wichtig, böten aber „nur“ den Blick in den Rückspiegel. Hier empfahl sie durch eine permanente Liquiditätsplanung immer über zukünftige Entwicklungen informiert zu sein.
Foto: Wilhelm