Jubiläum in Langsdorf
09.09.2010
LANGSDORF (eil). Die Metzgerei Kleinkurt feiert am Sonntag, 12. September ab 10.30 Uhr, mit einem Tag der offenen Tür ihr 100-jähriges Bestehen. Inhaber des handwerklichen Familienbetriebes an der Langsdorfer Ortsdurchfahrt ist seit 1. Januar 2006 Fleischermeister Norman Sames, Jahrgang 1975.
Er legte 1997 als 22-Jähriger erfolgreich die Meisterprüfung in Frankfurt ab, arbeitet seit 1990 im Betrieb von Fleischermeister Karl-Heinz Kleinkurt und dessen Ehefrau Elisabeth - die alle in Familie, Betrieb und Dorf nur Liesel nennen - und ist seit gut viereinhalb Jahren nun dessen Chef.
Karl-Heinz und Liesel Kleinkurt sind froh, in ihrem langjährigen bewährten und engagierten Mitarbeiter Norman Sames zugleich einen verlässlichen Nachfolger für ihren Traditionsbetrieb gefunden zu haben.
Sames ist verheiratet mit Ehefrau Martina, und auch die beiden Söhne Justin und David fühlen sich im Umfeld des Handwerksbetriebes bereits sehr wohl.
Die Geschäftshistorie der Langsdorfer Metzgerei begann mit dem Großvater von Karl-Heinz Kleinkurt, dem 1883 geborenen Metzger Philipp Bender III., der am 1. August 1910 seinen Handwerksbetrieb anmeldete. Der Firmensitz befand sich im alten Langsdorfer Dorfkern in der Straße Im Himmerich.
Als Philipp Bender III., der bis an sein Lebensende gearbeitet hat, im Jahr 1957 starb, führte seine Tochter Elli Kleinkurt das Fleischergeschäft in Form einer Verkaufsstelle weiter. Ihr Vater hatte sich bereits Ende der 1920er Jahre einen Namen als Fleischerbetrieb gemacht und belieferte auch Großkantinen, beispielsweise die vielen hundert Arbeiter im Braunkohlentagebau Inheiden.
Allerdings, so berichtet Karl-Heinz Kleinkurt, muss man sich das Kantinengeschäft damals schlichter, einfacher und unkonventioneller vorstellen als heute. Außerdem betrieb Großvater Philipp Bender III. ein Versandgeschäft für Wurstwaren per Eisenbahn bis hin nach Frankfurt.
1943 kam Karl-Heinz Kleinkurt, dessen Vater Karl im April 1945 wenige Tage vor Kriegsende fiel, zur Welt und lernte von 1957 bis 1960 das Metzgerhandwerk im Betrieb von Karl Bender in Hungen. Nach einigen Gesellenjahren bei verschiedenen heimischen Betrieben erwarb Karl-Heinz Kleinkurt 1966 den Meisterbrief und übernahm das von Großvater Bender gegründete Geschäft.
1978 verlegte er den Betrieb an die Ortsdurchfahrt in der „modernen Ortsmitte“ und eröffnete im Laden einen Imbiss. 1989 wurde nach einem Umbau eine Käsetheke eröffnet und 2002 die Ladenfläche nochmals von 30 auf 45 Quadratmeter vergrößert und um das Angebot von Backwaren und Molkereiprodukten erweitert. Am 1. Januar 2006 zogen sich Liesel und Karl-Heinz Kleinkurt, die seit 1968 verheiratet sind, aus dem operativen Geschäft zurück und übergaben die Verantwortung an Norman Sames.
Zum Team des Inhaberehepaares Sames zählen 15 Mitarbeiter in Produktion und Verkauf. Mit EU-Genehmigung wird in der Fleischerei Kleinkurt/Sames noch selbst geschlachtet. Schweine und Großvieh stammen - und darauf legt Norman Sames großen Wert - aus Betrieben in einem Umkreis von etwa 15 Kilometern. Mittlerweile gib es Filialen in Niederbessingen seit 1982, in Burkhardsfelden seit 2002, in Wetterfeld seit 2009 und seit dem 1. August 2010 auch in Queckborn. Hinzu kommt ein Partyservice, den Norman und Martina Sames noch ausbauen wollen, sowie der Kantinenbetrieb bei dem Autozuliefererunternehmen Mahle in Berstadt, wo 480 Menschen arbeiten.
Am Tag der offenen Tür am Sonntag (12. September) sind ab 10.30 Uhr alle Langsdorfer, Licher und darüber hinaus Interessierten zur Besichtigung des Betriebes Sames/Kleinkurt in Langsdorf, Oberstraße 12-14, eingeladen. Unter anderem spielt ab 14 Uhr der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bellersheim auf und auch der örtliche Gesangverein hat ein Jubiläumsständchen angkündigt.