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Gießener Anzeiger

Politik 

Mangelnde Deutschkenntnisse Haupthindernis

29.04.2009 - WIESBADEN

Migrationsbericht: Sprache entscheidend für Chance auf Arbeit - Land kündigt Integrationspolitik aus einem Guss an

Christoph Risch. Erstmals gibt es eine Studie, die sich mit der Lage von Ausbildung und Erwerbstätigkeit der hessischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund beschäftigt. Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und Integrations- und Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) kündigten an, alle mit dem Thema befassten Ressorts würden die Studie auswerten und für ihre weiteren Integrationsmaßnahmen nutzen.

Bis 2005 unterschied die amtliche Statistik nur zwischen "Deutschen" und "Ausländern". Das hatte zur Folge, dass ein großer Personenkreis (zum Beispiel eingebürgerte Personen oder Spätaussiedler) nicht erfasst wurden, obwohl auch sie einen Bedarf an Integrationsunterstützung hatten. Mit dem Migrationsbericht werden nun auch die erfasst, die früher durch das Raster der amtlichen Statistik fielen.

Die Ergebnisse der Studie sind zwar nicht überraschend, bieten aber die Grundlage für weitere Maßnahmen der Landesregierung. Der Wirtschaftsminister wies darauf hin, dass jeder dritte hessische Jugendliche unter 15 Jahren zur Gruppe der Migranten ohne Migrationserfahrung gehöre. Das bedeutet: Diese Jugendlichen sind Kinder von Spätaussiedlern oder Ausländern, die eingebürgert wurden. Das Durchschnittsalter dieser Gruppe betrage 14,1 Jahre. Posch: "Angesichts des demografischen Wandels bildet diese Gruppe einen ganz wichtigen Faktor für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft." Hier werde besonders deutlich, wie eng qualifizierte Ausbildung und gelungene Integration zusammengehörten.

Diese Erkenntnis werde durch das Ergebnis einer Betriebsbefragung für die Rhein-Main-Region untermauert. Danach verfügen fast 40 Prozent der beschäftigten Migranten im Rhein-Main-Gebiet über keine Berufsausbildung. An erster Stelle stünden mangelhafte Deutschkenntnisse einer Einstellung am meisten im Weg. Danach rangiere das Fehlen von fachlicher und sozialer Kompetenz.

Integrationsminister Hahn will nun aus der Studie einen Handlungsleitfaden für die politische Vorgehensweise der nächsten Jahre entwickeln mit dem Ziel, die Situation für Migranten in der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt in Hessen zu verbessern. Durch die Bündelung aller Integrationsmaßnahmen in seinem Haus werde es möglich sein, eine Integrationspolitik aus einem Guss zu schaffen. Es müsse gelingen, die verschiedenen Kulturen als Bereicherung für die Gesellschaft im Bewusstsein zu verankern.


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