Für zwei Stunden blind
16.03.2010
Schüler der Friedrich-Ebert-Schule besuchen Dialog Museum in Frankfurt.
Am Mittwoch 3. März 2010, besuchte die Klasse 9Ga der Friedrich-Ebert-Schule das Dialog Museum in Frankfurt. Die Ausstellung "Dialog im Dunkeln" sorgte am Anfang für große Aufregung unter den Schülern.
In der Ausstellung geht es darum, sehenden Menschen den Alltag von Blinden näher zu bringen und zu zeigen, mit welchen Problemen sie täglich zu kämpfen haben.
Die Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einem blinden Führer durch völlig dunkle Räume geführt wurden. Als Hilfestellung bekamen die Schüler einen Blindenstock, der ihnen half, relativ sicher durch die Räume zu gelangen.
Noch nicht ganz im ersten Raum angekommen hörte man schon Geräusche wie Vogelzwitschern und Wasserplätschern. Die blinden Betreuer führten die Schüler als erstes in einen Wald, welcher voller Überraschungen steckte.
Dort gab es zum Beispiel einem kleinen Wasserfall, unterschiedliche Bodenbeläge und echte Bäume und Büsche. Über eine Hängebrücke gelangten die Schüler in einen kleinen Park, in dem alltägliche Erfahrungen plötzlich zu einem unbekannten Erlebnis wurden. Nach einer kleinen Pause auf der Parkbank ging es weiter in einen Raum, in dem viele unterschiedliche Geräusche zu hören waren. Laut Meinung der Schüler war dieser sehr angenehm und entspannend.
Sie machten es sich auf dem weichen Boden gemütlich, um sich voll und ganz auf die ruhigen Klänge zu konzentrieren. Nach rund zehn Minuten ging es weiter in den nächsten Raum, in dem man sich blind in einer Stadt zurechtfinden musste.
Die Schüler entdeckten ein Auto, Häuser, Telefonzellen, Briefkästen und vieles mehr. Im Hintergrund hörten sie passende Geräusche.
Damit sie eine Straße heil überqueren konnten, benutzten sie ihren Blindenstock, um nicht über den Bordstein zu stolpern. Der letzte Raum war eine Bar, die sie nach einem kurzen Marktbesuch erreichten. In der Bar konnten sich die Schüler Getränke oder eine Kleinigkeit zum Knabbern bestellen.
Nachdem sie dann an einen Tisch geführt worden waren, konnten sie dann noch die letzten Fragen an die Begleiter los werden, bevor sie wieder ans Licht gebracht wurden.
Während und nach der Führung wurde den Schülern schnell klar, dass es für Blinde eine Herausforderung ist, den Alltag zu bewältigen.
Denise Schäfer, Aysin Zagli, Julia Fritzius, 9Ga, Friedrich-Ebert-Schule