Filmverbot für Avatar seit 22. Januar in Chinas Kinos
19.03.2010
Avatar ist in China seit dem 22. Januar nur noch in 3-D Kinos zu sehen. Stattdessen kommt Confuzius wieder in die Kinos. Mit 2,546 Milliarden US-Dollar ist James Camerons Avatar der finanziell weltweit erfolgreichste Film.
Er toppte sowohl Titanic ebenfalls von ihm, als auch "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" von John Ronald Reuel Tolkien.
Dennoch durfte der Film ab dem 22. Januar 2010 in China nur in 3-D Kinos ausgestrahlt werden. Allerdings ist nur ungefähr jedes achte Kino in China mit einer solchen Technik ausgerüstet, was den Erfolg dort schrumpfen lässt. Der Film Confuzius von dem chinesischen Philosophen Konfuzius nahm den Platz von Avatar in den 2-D Kinos ein.
Der Grund dafür könnte sein, dass China Unruhen und sogar Anstachelung zur Gewalt vermeiden wollte. Der Film zeigt die Umsiedelung der Na´vi, ein eingeborenes Volk.
In China ist genau das im Zuge von Bauarbeiten in Staudammgebieten geschehen. Außerdem verkörpert der Film den Patriotismus, was der chinesischen Regierung nicht ins Bild passt.
Ein Gegenargument dazu ist jedoch der späte Zeitpunkt der Regelung, die erst drei Wochen nach dem Erscheinen, als schon viele Leute den Film gesehen hatten, in Kraft trat.
Ein anderer Grund für die Teilzensur des Films könnte sein, dass der Film Avatar den Erfolg des in China produzierten Confuzius nicht vermindern sollte, weil die alten Werte des Philosophen Konfuzius der chinesischen Regierung doch besser in die Politik passen.
Trotz alldem hat sich James Cameron mit dem Film Avatar wieder einmal die Krone auf den Kopf gesetzt, weil er sogar seinen eigenen Film Titanic von Platz Eins der Liste der weltweit kommerziellsten Filme vertrieb.
Ich halte die Reaktion Chinas auf den Film Avatar für vollkommene Propaganda, da die wenigen Leute, die tatsächlich zwangsumgesiedelt wurden, nicht wegen eines Filmes Unruhen anzetteln würden. Auch die chinesische Journalistin Hung Huan war empört über das Verbot und schrieb in der China Daily: "All die erzwungenen Umsiedlungen alter Nachbarschaften in China machen uns heute zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na'vi nachempfinden können." Und auch Bloggerlegende Han Han zeigt sich in der China Daily empört: "Für Besucher in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft.
Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden." Ich glaube vielmehr, dass der Film Confuzius nicht in seinem Erfolg vermindert werden sollte, da die allgemeinen Werte von Avatar der chinesischen Regierung nicht passen.
Da sieht die chinesische Regierung doch viel lieber einen Film von dem chinesischen Philosophen Konfuzius in den Kinos.
Jan Kriesten, 9a, LLG, Gießen