Julia Gerter springt sensationell zur Silbermedaille
22.02.2011 - GIESSEN
LEVERKUSEN/GIESSEN (ras). Selbstverständlich hatte sich Julia Gerter vorgenommen, bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leverkusen gut abzuschneiden. Nach ihrem gelungenen Hallensaisondebüt mit 5,83 m bei den hessischen Hallentitelkämpfen im Januar, war der Athletin vom LAZ Gießen selbst ein Sprung in den Bereich um sechs Meter zu zutrauen. Aber es kam noch besser. Die 16-Jährige setzte bereits im ersten Versuch 6,01 m in die Weitsprunggrube, verbesserte sich im dritten Durchgang auf 6,15 und sprang im fünften gar sensationelle 6,35. Das bedeutete Platz zwei hinter der zwei Jahren älteren Tilia Udelhoven vom LAV Bad Godesberg.
Nach dem ersten Sprung hatte sich Gerter praktisch schon den Einzug ins erhoffte Finale gesichert. In den nachfolgenden Versuchen imponierte die Schülerin des Butzbacher Weidig-Gymnasium mit Konzentration und Nervenstärke. Nach einem ungültigen zweiten Versuch folgten Weiten von 6,15, 5,66 und 6,35. Dann war „die Luft raus“ und der letzte Sprung ungültig. Mit der selbst auf europäischer Jugendebene beachtenswerten Leistung führte die Pohl-Gönserin das Klassement nach dem vorletzten Durchgang sogar an, bevor Udelhoven, im Vorjahr Fünfte der U20-Weltmeisterschaften im Siebenkampf, die Goldmedaille mit 6,40 an sich riss.
Der Wettkampf blieb aber bis zur allerletzten Springerin spannend, denn die nach den ersten drei Versuchen führende Lena Malkus (LG Ratio Münster) kam Gerter in ihren letzten beiden Versuchen mit 6,33 und 6,27 noch sehr nahe und wurde Dritte.
„Wir haben uns alle gegenseitig hochgepusht“, beschrieb Titelgewinnerin Udelhoven den hochklassigen Wettkampf, bei dem sechs der Springerinnen zwischen 15 und 19 Jahren die Sechsmetermarke übertrafen. Gewohnt sachlich und zurückhaltend analysierte LAZ- und Landestrainer Philipp Schlesinger (Pohlheim) die Leistungsexplosion von Gerter: „Wir haben wenig Sprünge gemacht, aber viel an der Stabilität gearbeitet und großen Wert auf die Schnelligkeit gelegt.“ Der zweite Platz von Leverkusen hat für die Springerin ein Nachspiel, denn als Belohnung folgt in 14 Tagen der erste Auftritt im Nationaltrikot beim U20-Länderkampf zwischen Deutschland, Italien und Frankreich in Hamburg.
Strack im Sprint-Finale
Mit sich zufrieden durfte auch Ann-Christin Strack die Heimreise aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen antreten. Die LAZ-Sprinterin qualifizierte sich in den 200 m Vorläufen in 25,02 s als Achte für die Teilnahme am Finale. Das bedeutete zudem persönliche Hallenbestleistung. Vor dem Endlauf bestritt Strack zuerst die 60 m-Vorläufe. Mit der Zeit von 7,87 sprintete die Gießenerin in den Zwischenlauf. In diesem gelang der Ostschülerin in 7,83 eine weitere Bestzeit und sie wurde damit 16.. Im 60 m-Finale siegte Alexandra Burghardt vom LAZ Inn in 7,42. Keine zwei Stunden später stand für Strack das 200 m-Finale auf dem Plan. Durch die anhand der Zeiten des Vortages vergebenen Bahnen musste sie sich mit der in den Kurven engen und damit zeitraubenden Innenbahn begnügen. So war keine Steigerung möglich: Strack landete in 25,32 auf Platz acht. Es gewann Anna-Lena Freese vom FTSV Jahn Brinkum in der Zeit von 23,96. „Ann-Christin hat in den beiden Tagen sehr gute Sprints mit persönlichen Bestzeiten abgeliefert. Die ungünstige Innenbahn verhinderte leider eine Zeit unter 25“, sagte ihr Trainer Markus Czech.
Im 60 m-Sprint der männlichen Jugend, verpasste Laurenz Costa (ebenfalls LAZ) knapp den Zwischenlauf. Bei einer Vorlaufzeit von 7,20 fehlten Costa ganze vier hunderstel Sekunden zum Weiterkommen. „Laurenz hat in den letzten Tagen super trainiert. Aber er hat ja erst vor gut einem halben Jahr mit der Leichtathletik begonnen. So war er bei diesem Topwettkampf etwas zu nervös und es fehlt noch Wettkampfroutine,“ erläuterte später Trainer Czech.
Erstmals trat Julia Blumkaitis von der TSG Gießen-Wieseck bei deutschen Jugendmeisterschaften an. Alleine schon die 60 m-Qualifikationsnorm zu erfüllen, war für die 16-Jährige ein großer Erfolg. In 7,98 blieb Blumkaitis unter der Achtsekundenmarke und wurde im Feld der 50 gewerteten Sprinterinnen 37.