Sensationeller Auftritt von Laurenz Costa
22.06.2010 - HEUCHELHEIM
WETZLAR (ras). Selten war der Gießener Raum bei hessischen Leichtathletik-Meisterschaften so erfolgreich wie am Wochenende in Wetzlar. Durch die dreifache Titelgewinnerin Beatrice Marscheck sowie Adrian Becker, Laurenz Costa, Ann-Christin Strack und Julia Gerter gingen sieben Titel an Athletinnen und Athleten des LAZ Gießen. Ebenfalls mit Gold dekoriert wurden Theresa Pohl von der LG Wettenberg und die Heuchelheimerin Cynthia Schmidt. Zwei weitere Hessentitel warfen die für die LG Wetzlar startenden Geschwister Nico und Mona Althenn aus Ebersgöns. Zudem gab es noch reichlich weitere Treppchenplätze.
Der Star der Hessenmeisterschaften im neu gestalteten Wetzlarer Stadion war Felix Göltl vom TuS Kriftel, der im 100 m-Finale der Männer in 10,32 s die aktuelle deutsche Jahresbestleistung von Tobias Unger (LG München) einstellte und über die 200 m-Distanz bei guten Bedingungen auf der bekannt schnellen Wetzlarer Bahn in 20,83 seinen zweiten Titel einheimste. So nimmt Göltl in der aktuellen deutschen Bestenliste hinter Till Helmke (Friedberg-Fauerbach, 20,69) und Alexander Kosenkov (Wattenscheid/20,84) über 200 m nun Platz drei ein.
Zufriedene Gesichter
Bei insgesamt 650 Meldungen von 120 Vereinen fehlten aus der hessischen Spitze nur die Team-Europameisterschaftsteilnehmer wie Hochspringerin Ariane Friedrich, Hammerwerferin Betty Heidler oder der Friedberger Sprinter Till Helmke, sowie die Mehrkämpferinnen, die an der letzten EM-Qualifikation in Ratingen teilnahmen.
Bei den Aktiven und Trainern aus dem Gießener Raum sah man nur zufriedene Gesichter. Beatrice Marscheck erkämpfte als einzige Teilnehmerin in Wetzlar drei Titel. Die Garbenteicherin lief über 100 m in 11,98 locker die schnellste Zeit der 27 Vorlauf-Teilnehmerinnen. Im Zwischenlauf sprintete sie bei 0,9 m/s Rückenwind mit 11,69 eine Zeit, die aktuell Platz neun der deutschen Bestenliste bedeutet. Im Finale ließ die 24-Jährige den weiteren Medaillengewinnerinnen Katharina Hoffart (LG Odenwald/12,21) und der noch A-Jugendlichen Chantal Buschung (Wiesbaden/12,25) keine Chance und stürmte nach 11,84 über die Ziellinie.
Schon im Vorfeld der Meisterschaften sah Trainer Markus Czech dem Weitsprung mit gemischten Gefühlen entgegen: „Bea ist gut drauf und ich erwarte über 100 m eine Zeit unter 10,80. Aber mit der Renovierung des Wetzlarer Stadions ist die Weitsprunggrube vor der Tribüne weggefallen. So wird vermutlich die windanfällige Anlage im Westbogen benutzt. Hier gab es bei viel Wind nur selten herausragende Weiten.“ Die Aussage von Czech wurde in den von böigem Gegenwind geprägten Wettbewerben bestätigt. Marscheck sprang im dritten Versuch ihre Tagesbestweite von 6,18 m und beendete nach 6,03 m im vierten Durchgang die Disziplin, um sich auf das 100 m Sprintfinale vorzubereiten.
Auch am Sonntag war die LAZ-Athletin erwartungsgemäß über 200 m nicht zu schlagen. Nach 24,28 im Vorlauf, gewann die Lehramtsstudentin in 24,07 das Finale vor Christiane Klopsch (24,24) von der LG Friedberg-Fauerbach. Für Czech war klar, „Beatrice hätte im 200 m Vorlauf deutlich unter 24 Sekunden laufen können, denn die letzten 40 m ist sie nur ausgetrabt. Im Finale zeigte sich, dass Bea derzeit wegen der Trainingsausrichtung keine zwei Topläufe binnen zwei Stunden abliefern kann.“