EM-Norm bleibt für Beatrice Marscheck unerreicht - Als 13. nicht für Endkampf qualifiziert
19.07.2010 - GIESSEN
BRAUNSCHWEIG (jth). Unter dem Motto „Von B(erlin) über B(raunschweig) nach B(arcelona)“ fanden im Eintracht Stadion in Braunschweig die 110. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Denn es ging bei der DM auch um die letzten EM-Tickets.
Für Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen/SV Garbenteich ging es darum, ihre gezeigten Vorleistungen über 100 m und dem Weitsprung im Feld der nationalen Spitze zu bestätigen und sich dort zu behaupten. Mit der 100 m-Zeit von 12,06 sec lieferte die Sportstudentin keine neue Saisonbestleistung ab, hatte jedoch die ideale Vorbelastung für den Weitsprungwettkampf. Doch der Weitsprungwettbewerb war für die Studentin nicht wie im Vorjahr mit der Vizemeisterschaft die Krönung des Wettbewerbes, denn mit 6,08 m war sie als 13. nicht für das Finale der besten acht Springerinnen qualifiziert.
„Ich hatte eigentlich ein super Laufgefühl. Der Start war optimal, denn ich hatte die beste Reaktionszeit, doch bei 60 m verkrampfte ich ein wenig, kam nicht mehr in Tritt und konnte die entstandene Lücke zur Spitze nicht mehr verringern. Es herrschte ein gewaltiger Gegenwind, es war ein Kampf ohne Ende“, sagte Marscheck. Den Vorlauf gewann Yasmin Kwadwo (TV Wattenscheid) in 11,69 vor Cathleen Tschirch (Bayer Leverkusen/11,92). „Bea hat einen etwas unglücklichen Auftritt im Sprint gehabt, sie ist fit für den Weitsprung“, orakelte ihr Trainer Markus Czech.
Am Sonntag stand der im Vorfeld erwartete Weitsprung-Krimi auf dem Programm. Gleich sechs Kandidatinnen klopfen an die EM-Norm von 6,60 m, die bisher nur von Bianca Kappler zwei mal erfüllt wurde. „Heute geht es um die Wurst. Bea ist gut drauf und wurde noch mal vom HLV-Physio behandelt. Sie kann ihren Vizetitel aus dem Vorjahr verteidigen und sich in der nationalen Spitze etablieren. Erstes Etappenziel ist jedoch in das Finale zu kommen, hierzu ist schon eine Weite von 6,40 von Nöten“, sagte Trainer Czech vor dem Wettkampf.
Doch man hatte den Eindruck, als wäre Braunschweig kein gutes Pflaster für die Studentin des LAZ, denn im ersten Durchgang landete sie nur bei 6,06 m. „Wir haben heute hier mit wechselnden Winden zu kämpfen, auf diese Bedingungen müssen sich alle Athletinnen erst einmal einstellen“, meinte ihr Trainer. Der zweiten Versuch wurde er als ungültig in die Statistik aufgenommen. „Im dritten Versuch hieß es also dann für mich, alles auf eine Karte zu setzen. Was passiert, werden wir sehen“, lautete das Vorhaben von Marscheck. „Kurz vor dem Ablauf kam noch mal eine Windböe auf und ich ging sicherheitshalber einen Fuß zurück, so verschenkte ich aber am Brett 30 cm“, berichtete die Springerin. Ihr dritter Durchgang landete auch nur bei 6,08 m. Der Endkampf war ihr somit als 13. verwehrt geblieben.
„Es war nicht unser Wochenende, wir sind natürlich enttäuscht über das Abschneiden. Jetzt möchte Bea noch mal bei den Süddeutschen ihr Saisonbestleistung von 6,56 m unter Beweis stellen“, gab sich Trainer Markus Czech aber nicht geschlagen.
Den Wettbewerb gewann in einem spannenden Finale, durch den Saisonverzicht von Sophie Krauel (TuS Jena), der deutschen Meisterin von 2008 und 2009, Bianca Kappler (LC Rehlingen), die sich mit 6,59 m klar durchsetzte. Vier ihrer fünf gültigen Versuche hätten zum Titel gereicht. Rang zwei sicherte sich Nadja Käther. Die Hamburgerin sprang im fünften Versuch 6,50 m weit, verpasste damit aber die zweite EM-Normerfüllung um zehn Zentimeter. Gar nicht erst in den Endkampf kam Sosthene Moguenara. Die Wattenscheiderin verließ als Neunte mit 6,21 Metern frühzeitig das Stadion. Da aber keine andere Springerin die EM-Norm schaffte, kann die im Tschad geborene Weitspringerin aber davon ausgehen, mit in Barcelona dabei zu sein. Bronze ging an Melanie Bauschke (LG Nike Berlin, 6,47).