Trainer Markus Czech nimmt schwaches Abschneiden von Weitspringerin Beatrice Marscheck gelassen
21.07.2010
Von Albert Mehl
GIESSEN. Enttäuscht, aber dennoch zufrieden. Das Abschneiden seines Schützlings Beatrice Marscheck trägt Trainer Markus Czech mit erstaunlicher Gelassenheit. Natürlich hatte sich das Duo vom LAZ Gießen Stadt und Land mehr erwartet von den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Braunschweig. Denn über die 100 Meter war „Bea“ Marscheck im Vorlauf hängen geblieben. Und im Weitsprung, ihrer Paradedisziplin, hatte sie mit 6,08 Metern nicht mal die Finalqualifikation geschafft, musste mit Platz 13 vorlieb nehmen. Nach dem WM-Start im Vorjahr wurde es diesmal nichts mit der Qualifikation für die Europameisterschaft in Spanien.
Czech, der schon rund zehn Jahre die vom SV Garbenteich stammende Läuferin und Springerin betreut, verweist im Gespräch mit dem Anzeiger vielmehr auf die konstante Weiterentwicklung von Beatrice Marscheck und blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir werden nächstes und übernächstes Jahr wieder angreifen.“
War die Enttäuschung groß nach der DM in Braunschweig?
Markus Czech: Das kann man schon so sagen. Natürlich hatten wir uns mehr erwartet. Wir hatten in dieser Saison das Ziel, uns frühzeitig für die Europameisterschaft in Barcelona zu qualifizieren. Bea ist auch konstant in die Saison gestartet. In der letzten Saison hatten wir einen Ausreißer nach oben. Den hatten wir diesmal nicht. Dazu kam, dass wir durchweg besch... Windverhältnisse hatten. Die waren auch in Braunschweig miserabel. So schon beim 100-Meter-Lauf am Samstag. Das mussten wir dann erst einmal verdauen.
Aber beim Einspringen sah es so gut aus. Beim ersten Sprung herrschte dann starker Gegenwind. Da hat Bea den letzten Schritt zu weit gemacht und hat dadurch nicht genug Sprungkraft gehabt. Beim zweiten Sprung herrschte ein starker Rückenwind. Dadurch ist sie einen Zentimeter übergetreten. Der Sprung wäre bei 6,45 Metern gewesen. Beim dritten Sprung hatte ich Bea den Rat gegeben, auf die Windverhältnisse bei ihrer Vorspringerin zu achten und sich nach der zu richten. Das hat sie auch gemacht. Aber während ihres Laufs hörte der Wind auf einmal auf. Dadurch hat sie eineinhalb Füße verschenkt. Das sind knapp 40 Zentimeter. Damit wäre sie zumindest im Endkampf gewesen. So war sie mit 6,08 raus.
Dabei waren Sie doch optimistisch in die Saison gegangen.
Czech: Es lief ja auch eigentlich ganz gut. Und ihre Leistung kann sich ebenfalls immer noch sehen lassen. Beatrice ist immer noch Vierte der deutschen Bestenliste im Weitsprung. Und sie ist unter den 15 besten deutschen Sprinterinnen über 100 und 200 Meter. Sie hat im Blick auf ihre Schnelligkeit noch nie so gute Spitzenwerte gehabt. Sie ist so schnell wie nie. Und als Schnitt in dieser Saison hat sie im Weitsprung einen Wert von Ende 6,30. Bei den ersten vier Wettkämpfen waren alle Sprünge um die 6,50 Meter. Unter anderem ist sie zweimal deutsche Hochschulmeisterin geworden. So schlecht ist die Saison für Beatrice gar nicht.
Was hat es mit dem längeren Anlauf von Beatrice Marscheck auf sich?