23. Februar 2012 07:17 Uhr
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Gießener Anzeiger

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Viele Sieger: 15. Auflage der Sportlerwahl zeigt Bandbreite des heimischen Sports

26.01.2011 - GIESSEN


Als die erste Sportlerwahl des Gießener Anzeigers in Zusammenarbeit mit dem Kaufhaus Karstadt über die Bühne ging, war eine Basketballmannschaft mit dem Namen MTV 1846 Gießen nominiert - und ein blutjunger Spieler namens Vladi Bogojevic. Es wurde noch mit der guten alten D-Mark bezahlt, Deutschland war Fußball-Europameister in England geworden, der deutsche Trainer hieß Berti Vogts - Bundeskanzler war Helmut Kohl. 15 Jahre später ist die dereinst von Wilfried Heuser und Wolfgang Lehmann ersonnene Idee quicklebendig, auch die Sportlerwahl 2010 war ein voller Erfolg.

Eingebettet zwischen Auftaktveranstaltung mit hochkarätig besetztem Podium und den bekannt kontroversen Themen und der nun im festlichen Ambiente des Karstadt Restaurant-Cafés zelebrierten Gala, beteiligten sich wieder weit über 10 000 Teilnehmer an der Wahl. Dass auch diesmal manch ein Spaßvogel Louis van Gaal, Joachim Löw oder Sebastian Vettel auf den Stimmzettel geschrieben hatte, wie Anzeiger-Chefredakteur Wolfgang Maaß in seiner Eröffnungsrede hervor hob, gehört derweil ebenso zum lieb gewonnenen Ritual wie der proppenvoll gefüllte Saal. Und nachdem auch Karstadt-Geschäftsführer Lothar Schmidt die etwa 300 geladenen Gäste begrüßt hatte, übernahm mit FFH-Moderator Frank Piroth ein neuer Mann das Ruder, mit dem er in gleichmäßigem Takt die Veranstaltung sicher ins Ziel führte.

Schon bei den Nachwuchskräften erschloss sich die ganze Bandbreite des heimischen Sports, denn mit Alexander Donchenko landete ein 12-jähriger (!) Schachstratege noch vor dem Bundesliga-Basketballer Matthias Perl auf dem zweiten Rang hinter der Siegerin Ann-Christin Strack, die über die Sprintstrecken Titel sammelt. So weit das Feld der Sportarten, so eng beieinander lagen auch in diesem Jahr wieder die Nominierten, die sich zurecht alle als Sieger fühlen durften und für ihre Top-Leistungen - angesiedelt zwischen deutschen und Weltmeistertiteln, persönlichen Bestleistungen und herausragenden Mannschaftsresultaten - zurecht viel Applaus erhielten. Und entsprechende Lobeshymnen zu hören bekamen.

Was allerdings schon mal mit Schwierigkeiten verbunden war. So war Handballer Volker Michel der Laudator für den Trainer des Jahres Jan Gorr. Allerdings ist Michel auch noch im Fördertraining in Hüttenberg aktiv, was sich wiederum mit Gorrs Bereich überschneidet. Dass Michel an diesem Montag partout das Fördertraining ausfallen lassen musste, war Gorr gar nicht recht. Bis er am Abend den Grund erfuhr: Michel hielt die Laudatio auf den Hüttenberger Trainer - und durfte ihm genau das als Absagegrund natürlich nicht nennen.

Ganz andere Gründe, sich in Schweigen zu hüllen, hatte Ehrenpreisträger Horst Theiß. 30 Jahre ist er der Mann für alle Fälle beim Handballbundesligisten HSG Wetzlar, hat die Mannschaft schon betreut, als diese noch als TSV Dutenhofen unterwegs war. Doch Anekdoten wollte Theiß vor großem Publikum nicht auspacken, „das wäre nicht jugendfrei“, sagte die gute Seele des Vereins. Launig präsentierte sich auch der Sportler des Jahres, Timo Salzer, der nicht nur als Spielführer der HSG Wetzlar alles im Griff hat, sondern auch als angehender Vater. „Das Kind soll am 14. April kommen, da spielen wir nicht, das ist super gelegt.“ Super durfte sich auch Gesche Schünemann fühlen, die bereits zum dritten Mal die Wahl zur Sportlerin des Jahres für sich entschied, und - wer kann das schon von sich behaupten - ihren Arbeitgeber als Laudator hatte.

Die rasanteste und emotionalste Rede aber galt der Mannschaft des Jahres. Dascha Bender von der Krofdorfer Druckerei baute Druck auf - denn „wie ist so was noch zu toppen?“ rief sie gut gelaunt ins Publikum, nachdem sie die Bilanz des RSV Lahn-Dill, des besten Rollstuhlbasketballteams der Welt, aufgezählt hatte. Ihre Huldigung stellte den würdigen Abschluss einer kurzweiligen Veranstaltung dar, zu deren Gelingen auch der „Yo-Joe“-Künstler Joseph Greve, Musiker Frank Mignon und das Karstadt-Team um Küchenchef Jörg Rieschmann, Konditormeister Rudi Schöne und die Mitorganisatoren Heinrich Jochym sowie Markus Merkens ihren Teil beitrugen. Dass die 15. Auflage eine Zäsur bedeutet, lag daran, dass Initiator Wilfried Heuser zum letzten Mal die Organisation in seinen Händen hielt. Präsente zum Abschied, Applaus zum Abschied - und das Versprechen zur 16. Veranstaltung mit neuer Struktur beschlossen einen tollen Abend mit vielen Siegern. (rd)

Ein Meister am Jojo und nomen est omen: „Yo Joe“ Greve.

Ein Meister am Jojo und nomen est omen: „Yo Joe“ Greve. Vergrößern

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