Heute Entscheidung über Wildcard - Licher bleibt Sponsor
(stw). Für die LTi Giessen 46ers ist heute ein großer Tag. In Ludwigsburg entscheidet die Basketball-Bundesliga über die Vergabe der Wildcard für die Spielzeit 2009/10 und damit auch über die sportliche Zukunft der Mittelhessen. Endet heute die Ära des Bundesliga-Dinos? Oder messen sich die Korbjäger aus der Osthalle auch in der kommenden Saison mit den deutschen Spitzenteams aus Berlin, Bamberg, Bonn und Oldenburg?
Die Antwort fällt am Abend im Ludwigsburger Hotel "Nestor". Dort lädt BBL-Präsident Thomas Braumann zu einer ordentlichen Liga-Sitzung, auf deren Tagesordnung auch die Entscheidung über die begehrte Spielberechtigung steht. Neben den Giessen 46ers bewerben sich auch die Eisbären Bremerhaven um die Wildcard. Am Ende der Hauptrunde der Saison 2008/09 stand Gießen auf dem vorletzten Tabellenplatz, Bremerhaven hielt die Rote Laterne des Rang-Letzten. Da die Giants Nördlingen aber noch während des laufenden Spielbetriebs ihren Rückzug aus der 1. Bundesliga bekannt gegeben hatten, leiteten die 46ers juristische Schritte ein, da sie nicht sich, sondern Nördlingen als zweiten sportlichen Absteiger sahen. Doch ohne Erfolg, das Schiedsgericht der BBL wies am vergangenen Sonntag den Einspruch ab.
Letzte MöglichkeitNun bleibt dem Gießener Traditionsverein mit der Vergabe der Wildcard lediglich noch eine letzte Möglichkeit, doch noch auf den BBL-Zug aufzuspringen. "Bei nüchterner Betrachtung haben wir in den meisten der relevanten Punkte gegenüber Bremerhaven die Nase vorne", gab sich 46ers-Geschäftsführer Christoph Syring gestern Abend optimistisch, dass die Entscheidung zu Gunsten des eigenen Klubs ausfallen wird. Die Zuversicht Syrings basiert insbesondere auf der Arbeit der vergangenen Monate, sprich auf der erfolgreichen finanziellen Sanierung des Vereins. Nun müsse man sehen, so Syring, "wie viel Vertrauen wir damit wieder zurückgewinnen konnten".
Wie viel Vertrauen die BBL-Verantwortlichen in den Basketball-Standort Gießen legen, zeigt sich heute in den frühen Abendstunden. Nach der Präsentation beider Klubs - über die Reihenfolge entscheidet das Los - beraten zunächst die Vertreter der 15 verbliebenen Bundesliga-Vereine, anschließend dann die Gesellschafterversammlung, bestehend aus BBL-Präsident Braumann und einem Vertreter des deutschen Basketball-Bundes (DBB) - hier fällt schließlich die Entscheidung, ob und gegebenenfalls an wen die Wildcard vergeben wird. Bei seiner Präsentation darf Christoph Syring auf prominente Unterstützung bauen, sowohl der Gießener Regierungspräsident Lars Witteck als auch Gießens Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann werden in Ludwigsburg vor Ort sein.
Ein positives Zeichen in Richtung BBL hinsichtlich der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit setzten die 46ers schon gestern, denn mit der Licher Privatbrauerei hat ein Premiumsponsor seinen Vertrag vorzeitig um drei Jahre verlängert. "Wir sind überzeugt davon, in Gießen auch in den kommenden Jahren starken Basketball zu sehen - und dies auch in der 1. Bundesliga", sagte Licher-Geschäftsführer Rainer Noll.
Auch wenn man auf einen Gang in die 2. Bundesliga Pro A vorbereitet sei und im Falle eines besiegelten Abstiegs in kein tiefes Loch fallen werde, so Syring, sieht man sich im Lager der 46ers weiter im Oberhaus des deutschen Basketballs. Man versprüht Optimismus. "Die 1. und 2. Bundesliga sind zwei unterschiedliche Welten, und ehrlich gesagt gefällt mir die Welt der BBL viel besser", sagte 46ers-Cheftrainer Vladi Bogojevic. Die endültige Entscheidung fällt heute - es ist ein großer Tag für die LTi Giessen 46ers.