Sektionsversammlung Schere reagiert auf Mitgliederschwund - Verstärkte Anstrengungen im Nachwuchsbereich
(cr). Schon seit geraumer Zeit wurde in der Sektion Schere des Hessischen Kegler- und Bowlingverbandes (HKBV) über eine Reduzierung der Mannschaftsgröße diskutiert. Bis zur Sektionsversammlung am vergangenen Freitag im Großen-Busecker Kulturzentrum hatte sich jedoch nie eine Mehrheit für dieses Vorhaben gefunden. Der stetige Mitgliederschwund veranlasste nun aber einen Großteil der Stimmberechtigten, für die Änderung zu votieren. Mit 60 zu 56 Stimmen wurde der Antrag angenommen, der eine Herabsetzung der Mannschaftsstärke von bisher sechs auf vier Spieler/innen vorsieht.
Dies gilt nur für die Mannschaften innerhalb des Bezirkes. Also von der Bezirksoberliga abwärts bis zu den A-Ligen. Lebhaft waren die Diskussion und der Austausch über die konträren Standpunkte. Geringere Anreisekosten und die Altersentwicklung bei den aktiven Keglern sprachen letzten Endes für die Antragsteller. Deren Hauptargumente wurden zudem von Schriftführer Gotthard Fürstenfelder gestützt. "Die Entwicklung bei den Mitgliedern des Hessischen Kegler- und Bowlingverbandes ist nicht besonders gut." Ein Trend, der sich ebenfalls bundesweit abzeichne, berichtete Fürstenfelder. Seit dem Jahr 2002 hat dieser eine Statistik darüber im HKBV geführt. Im Jugendbereich seien in diesem Zeitraum 189 Kegler abgesprungen. "Das ist ein Gesamtminus von 59,4 Prozent." Bei den Erwachsenen konnten 731 Aktive weniger auf den Kegelbahnen begrüßt werden. Das seien 36,9 Prozent. "Insgesamt haben wir 1906 Mitglieder verloren." Das sei mit 35,7 Prozent gut ein Drittel. Damit breche ein Teil der Einnahmen weg. Der Kostenblock bleibe jedoch für die Vereine bestehen, konstatierte der Schriftführer.
Auch Rainer Volk vom Sportkreis Gießen ging in seinen Grußworten auf diese Problematik ein. "Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Wir werden immer älter, weniger und dicker. Dies ist eine große Herausforderung für den Sport", bilanzierte Volk.
Eine Herausforderung, der sich zukünftig auch der HKBV stellen will. Im vergangenen Jahr hat dieser erstmals das Sportkegeln auf dem Hessentag in Langenselbold vorgestellt. Interessierte konnte zudem eine "Einladung zum Probetraining" in Kegelsportvereinen entgegen nehmenn. Der HKBV wird auch beim Hessentag am 29. und 30. Mai in Stadtallendorf wieder mit einer Freiluftkegelanlage vertreten sein. Ebenfalls neu war der "Tag des Kegelsports" im Kasseler Auepark. Mit diesen öffentlichkeits-wirksamen Aktionen wolle man verstärkt den Nachwuchs akquirieren.
Ein weiterer Beschluss war die Vergabe für die Landesmeisterschaften sowie die Sektionsversammlung 2011. Beide werden jeweils in Kassel stattfinden. Die Sektionspräsidentin Lilo Löser-Dechert hatte gemeinsam mit ihrem Vize Bernd Wahl zudem ein erfreuliches Ereignis zu verkünden. Gemeinsam ehrten sie Jasmine Nöh (KV Lahntal), Daniel Hofmann (SKC Sontra), Michael Reith (TSV Süß), Luisa Wagner und Julia Weiser (beide KC 87 Wieseck), die sich für die Weltmeisterschaft vom 16. bis 25. Juli in Ijuí (Brasilien) qualifiziert haben. Geehrt wurden auch Heinrich Mootz, Hartmut Peter, Stefan Zingsheim, Willi Krämer und Herbert Mootz für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.
Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der KSG 1985 Mittelhessen Buseck hatte die Sektionsversammlung in Großen-Buseck stattgefunden. Auch hier sei die Zahl der Aktiven rückläufig, stellte dessen Vorsitzender, Herbert Mootz, fest. Dazu trage eine immer höher werdende Anforderung im Schul- und Berufsleben sowie ein umfangreicheres Freizeitangebot bei. "Um unseren Kegelsport auch in Zukunft eine Basis zugeben, brauchen wir einen gesunden Verein. Dieser kann nur überleben, wenn er von den drei Säulen Sport- und Hobbykegeln sowie dem gesellschaftlichen Bereich getragen wird", betonte Mootz.