Gruppe überstehen - "dann können sie weit kommen"
12.06.2010 - GIESSEN
Der heimische Fußball-Profi Dexter Langen und seine Einschätzung zur Weltmeisterschaft
Rüdiger Dittrich. Den Zweitliga-Abstieg mit Hansa Rostock hat Dexter Langen "langsam, aber sicher verkraftet, wenn es auch ein hartes Brot war". Derzeit erholt sich der Fußball-Profi, der beim TSV Lang-Göns und dem VfB 1900 Gießen den Weg ins bezahlte Kickgeschäft begann, auf Ibiza von den Strapazen der Saison. Und dort verfolgt er selbstverständlich auch die Weltmeisterschaft. Langen wird neben weiteren Experten, wie Welt- und Europameister Andreas Möller oder dem heimischen Trainer-Original, dem ehemaligen Profi Niko Semlitsch, für den Anzeiger seine Einschätzungen zu den Fußball-Titelkämpfen in Südafrika abgeben.
Und da gibt sich der 29-jährige Defensivstratege, was die deutsche Mannschaft angeht, vorsichtig optimistisch.
Herr Langen, haben Sie den Abstieg mit Hansa Rostock schon verkraftet?Dexter Langen: Langsam aber sicher geht es. Aber es war schon hart, zumal ich mich dem Verein sehr verbunden fühle und der Abstieg für die Region eine Katastrophe ist. Aber jetzt muss man nach vorne schauen.
Bleiben Sie auch in der 3. Liga bei Hansa?Langen: Nein. Ich werde auf jeden Fall bei einem anderen Verein spielen. Dabei geht es weniger um die 3. Liga, da würde ich notfalls auch spielen. Es ist mehr eine finanzielle Frage.
Jetzt aber zur WM. Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?Langen: Es ist schwer zu sagen. Es ist ein sehr junges Team. Und auch wenn Deutschland als Turniermannschaft bekannt ist, ist das schwer einzuschätzen. Negativ könnte sein, dass die Stürmer eine alles andere als gute Saison gespielt haben. Aber wenn die deutsche Mannschaft die Gruppe übersteht, kann sie sehr weit kommen. Da kann gerade eine so junge Mannschaft auf einmal einen Lauf bekommen.
Das heißt, Sie halten die Gruppe für schwer?Langen: Auf jeden Fall. Australien, Serbien und Ghana sind sehr harte Gegner, von denen die deutsche Elf von Beginn an gefordert wird. Alle drei Teams sind nicht ohne.
Offenbar hat sich Joachim Löw in der letzten noch offenen Frage für Miroslav Klose entschieden. Wie sehen Sie die Stürmerfrage?Langen: Wenn man den Saisonverlauf sieht, hätte ich mich für Cacau entschieden, auch wenn Klose mit seiner Erfahrung und seiner Treffsicherheit bei Turnieren sicher auch seine Vorteile hat.
Wer hat das Zeug zum deutschen Aufsteiger, wer könnte die WM als Sprungbrett nutzen, so wie vor vier Jahren Podolski und Schweinsteiger?Langen: Auf jeden Fall Mesut Özil. Aber auch Marko Marin, Sami Khedira und Manuel Neuer haben das Zeug dazu.
Und welche Mannschaft wird die positive Überraschung de Turniers?Langen: Das ist eine gute Frage. Eigentlich dachte ich, die Elfenbeinküste würde diese Rolle einnehmen. Da muss man aber abwarten, ob Drogba nach seiner Verletzung wieder dabei ist. Und wenn, ob er richtig fit ist. Deshalb tippe ich auf Nigeria. Eine afrikanische Mannschaft sollte schon was reißen.