Mit mehr Ruhe in die heiße Phase
15.07.2010
Von Stephan Weidemeyer
Bezahlt ein Verein zu diesem frühen Zeitpunkt der Transferperiode den geforderten Preis, so geht die Rechnung von Spieler und Agent auf. Also warten sie momentan auf passende Angebote. Allerdings gibt es mehr gute Basketballer als zu vergebene Stellen, mit fortgeschrittener Zeit sinken die Preise also, da beim spielenden Personal die Angst umgeht, am Ende ohne Verein dazustehen. Und auf diese Phase warten die 46ers, die ihren fest gesteckten finanziellen Rahmen nicht überschreiten wollen. „Nach den Camps zweier großer Agenturen und der Summer-League in den USA sowie dem ein oder anderen WM-Vorbereitungsspiel schwappt die nächste Welle auf den Transfermarkt“, erzählt Bogojevic, dem bisher sechs Akteure zur Verfügung stehen. Neben Führungsspieler Ovcina, den beiden jungen Serben Viktor Jakovic und Stevan Tapuskovic sowie dem frisch mit einem neuen Vertrag ausgestatteten Eigengewächs Mathias Perl, werden Tim Schwartz (Saar-Pfalz Braves) und Dirk Mädrich (Olimpiada Patras) künftig das 46ers-Trikot tragen. Andere Spieler - unter anderem sind noch vier Starting-Five-Positionen zu besetzen - habe man im Blick. „Bis zum Trainingsstart am 9. August will ich das Team bis auf einen Spieler komplettiert haben, auf die exakte Größe des Kaders habe ich mich noch nicht festgelegt“, sagt der 46ers-Cheftrainer.
Mit der Verpflichtung Mädrichs sind die Gießener ein Risiko eingegangen, denn aktuell befindet sich der 2,12 Meter große Power-Forward und Center nach einem Bandscheibenvorfall noch im Aufbautraining. „Ein gesunder Mädrich wäre für uns finanziell nicht machbar gewesen, daher ist die Verpflichtung zu diesem Zeitpunkt schon sinnvoll“, erklärt Bogojevic, und Syring fügt an: „Wenn unsere Rechnung aufgeht, dann ist der Transfer ein absoluter Lucky Punch.“ Ganz anders gestaltet sich derweil die Situation für Falko Theilig, das einheimische Talent ist kein Baustein des neuen 46ers-Kaders. „Falko braucht mehr Einsatzzeiten, diese können wir ihm nicht geben. Mental und physisch ist er noch nicht so weit“, sagt der Headcoach. Theilig wird also beim Kooperationspartner in Lich einen neuen Anlauf starten, einen Vertrag bei den 46ers hat er nicht.
Das Ziel des Bundesliga-Gründungsmitglieds für die am ersten Oktober-Wochenende mit der Partie gegen die Telekom Baskets Bonn beginnende BBL-Spielzeit 2010/11 ist es, im Klassement weiter nach oben zu klettern. „Mittelfristig gehören wir ins obere Mittelfeld. Vielleicht noch nicht in der neuen Saison, aber wir werden diese Entwicklung weiter vorantreiben“, sagt Bogojevic, der aus der vergangenen Saison „viele hilfreiche Erkenntnisse gezogen hat. Mit mehr basketballerischem IQ hätten wir mehr als nur zehn Spiele gewonnen“, so der 34-Jährige abschließend.
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