„Es geht gleich richtig zur Sache“
06.01.2012 - PETERSWEIER
Von Jo Winkel
Terminierung für Zwischenrunde der Oberliga beschert Bad Nauheim hartes Auftaktprogamm - Zuerst gegen Duisburg
BAD NAUHEIM. „Na servus, da geht es ja gleich richtig zur Sache. Keine Zeit zum Eingewöhnen“, verschlug es Bad Nauheims Geschäftsführer Andreas Ortwein fast die Sprache nach der Veröffentlichung der Terminliste für die mit Hochspannung erwartete Zwischenrunde der Eishockey-Oberliga. Zum Auftakt geht es heute (19.30 Uhr) im Colonel-Knight-Stadion gleich gegen den Angstgegner Duisburger Füchse.
Am Sonntag geht es zum heimstarken Team aus Königsborn, das auf eigenem Eis auch schon für einige Überraschungen sorgte. Noch viel schlimmer wird es am zweiten Wochenende der Zwischenrunde, wenn man zunächst beim Meister Dortmunder Elche und anschließend am Sonntag zu Hause die Kassel Huskies vorgesetzt bekommt.
Gefahr eines Fehlstarts
Da besteht die Gefahr eines Fehlstarts, doch Trainer Fred Carroll lässt sich nicht ins Bockshorn jagen. „Dann haben wir die Brocken halt schon zum Teil hinter uns. Wir haben uns im Verlauf der Vorrunde kontinuierlich gesteigert. Es wird auch wieder einmal einen Durchhänger geben, aber wir sind gefestigter als letzte Saison“, meinte der Kanadier, dienstältester Coach der Oberliga.Auftaktgegner Duisburg profitiert in erster Linie vom „Zubringerdienst“ des DEL-Kooperationspartner Kölner Haie. Die DEL-Cracks Hauner, Ohrmann und Riefers verstärken die Füchse immer wieder. Aber auch die Torhüter Linda und Renkewitz sind in der Liga gefürchtet. Der Ex-Nauheimer Patrick Gogulla zählt in der Abwehr zu den Leistungsträgern an der Seite von Michael Hristka, der ebenfalls in Köln DEL-Luft schnupperte. Und im Angriff ist Matthew McKay (früher Vancouver Giants) eine Nummer für sich.
Nun beginnt die Saison erst so richtig. Nach der Vorrunde beginnt die Zwischenrunde der Oberliga West am 6. Januar und endet nach einer einfachen Hin- und Rückrunde am 19. Februar (siehe auch oben). Für diese Zwischenrunde haben sich die ersten acht Clubs aus der West-Vorrunde qualifiziert, unter ihnen erwartungsgemäß auch die drei hessischen Spitzenvereine Kassel Huskies, EC Bad Nauheim und die am Ende der Vorrunde etwas abbauenden Frankfurter Löwen. „Frankfurt hatte zum Schluss einige personelle Probleme, diese Cracks kehren zurück und die Löwen haben auch noch den einen oder anderen Neuzugang im Köcher“, hebt Bad Nauheims Geschäftsführer Andreas Ortwein die Löwen mit auf den Favoritenschild für die ersten vier Plätze am Ende der Zwischenrunde.
Hessische Clubs favorisiert
Und diese vier Plätze sind alles entscheidend, denn die übrigen vier Vereine scheiden aus und haben ein frühes Saisonende zu verkraften. Als Favoriten für die vier vorderen Plätze gelten die drei hessischen Clubs. An erster Stelle wird jedoch Meister Dortmunder Elche gehandelt, der auch in der Vorrunde das homogenste Team stellten.
Die vier Teams also schon klar auf Favoritenkurs? „Von wegen. Da mischen wir mit“, klingt es aus dem Lager der Duisburger Füchse, die in der Vorrunde immerhin mit Frankfurt mithielten. Und auch Bad Nauheim kam in Duisburg gleich zweimal (1:7 und 4:7) unter die Räder. Als krasse Außenseiter gelten dagegen die drei übrigen Vereine Königsborn, Hamm und Ratingen. Dem letztgenannten Team traut man noch am ehesten eine kleine Überraschung zu. „Aber im Prinzip sind wir schon froh, dass wir nicht in die Abstiegsrunde müssen und vorzeitig auch für die nächste Oberligasaison qualifiziert sind“, lautet der einhellige Tenor aus dem Lager der auch finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten drei Außenseiter.Dagegen müssen die übrigen Oberligaclubs Herford, Ex-Erstligist Essen und Krefeld in die schwere Abstiegsrunde. Dort trifft man übrigens auch auf Frankfurts „kleinen“ Nachbarn Darmstadt, auf dem Favoritenschild sind jedoch die führenden Regionalligisten Neuwied und Herne. Auch in der neuen Saison sind wieder zwölf Vereine in der West-Liga angedacht.
Erste Antwort
Aber wer steigt in die 2. Bundesliga auf? Die erste Antwort wird die Zwischenrunde geben. Die vier Erstplatzierten kommen in die Endrunde, die ab Mitte Februar ausgespielt wird. Dort spielen noch zusätzlich die jeweils beiden Erstplatzierten aus der Nord- und Ost-Liga. Von diesen acht Teams der Endrunde qualifizieren sich wiederum für die Hälfte für die Play-offs. Dort gibt es erst so richtig Geld zu verdienen, angesehen von den möglichen Hessenderbys in der Zwischenrunde und eventuell auch in der Endrunde. Die vier besten Clubs oberhalb des Mains treffen dann auf die besten vier Südvereine, dort gelten die Altmeister Bad Tölz und Füssen als „heiße“ Anwärter für die vorderen Play-off-Plätze im Süden.