WÜRZBURG. Viel fehlte nicht und die Zweitliga-Handballer des TV Hüttenberg wären mit zwei Punkten aus der Würzburger s.Oliver-Arena zurückgekehrt. Weil der letzte Wurf von Dieudonné Mubenzem am Samstagabend jedoch über den Kasten segelte anstatt im Netz einzuschlagen, trennten sich die DJK Rimpar und der TVH mit einem 19:19 (9:7)-Unentschieden. Zwar nur ein einfacher Punktgewinn, der aus Hüttenberger Sicht aber dennoch enorm wichtig ist. Durch das Remis in Würzburg und die zeitgleiche 24:33-Heimniederlage des TV Emsdetten gegen den HC Elbflorenz konnten die Blau-Weiß-Roten den Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz auf drei Punkte ausbauen.
"Uns ist nach der deftigen Niederlage gegen den HSV Hamburg vergangene Woche eine Reaktion gelungen. Es gibt keinen Grund, der Mannschaft heute einen Vorwurf zu machen, sie hat die Aufgabe gut gelöst und kämpferisch richtig überzeugt", lobte TVH-Trainer Frederick Griesbach.
Hauptgrund für die Leistungssteigerung im Vergleich zur Vorwoche war die Vorstellung der Handballer aus dem Handkäsdorf in der Abwehr. Abgesehen von sechs Gegenstoßtreffern ließ die TVH-Defensive in 60 Minuten nur 13 Rimparer Tore aus dem Positionsangriff zu. "Das sind starke Werte. Andererseits haben wir selbst auch nur 19 Treffer erzielt. Man darf aber nicht vergessen, dass Rimpar die drittstärkste Abwehr der Liga hat", wusste Griesbach.
Griesbach freut sich
über starke Abwehrleistung
Seine Schützlinge starteten mit Routinier Nikolai Weber im Kasten. Der 39-Jährige konnte jedoch auch nicht verhindern, dass die Gäste nach der 1:0-Führung durch Mubenzem (3.) nach einer Viertelstunde mit 2:6 in Rückstand lagen. Bestimmender Akteur dieses Anfangsphase war Rimpars Linksaußen Dominik Schömig, der immer wieder von den Anspielen des Ex-Hüttenbergers Patrick Schmidt profitierte und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt fünf Mal eingeworfen hatte. Die Gäste bewahrten die Ruhe und durften sich auf Björn Zintel verlassen, dem ein starker Auftritt gelang. Zunächst erzielte der Spielmacher vier Minuten vor der Pause den Anschluss zum 6:7, ehe dem Rechtshänder vier Minuten nach dem Seitenwechsel der Ausgleich zum 9:9 glückte.
Selbst nachdem die Gastgeber durch Lukas Sieglers 13:10 abermals auf drei Treffer davongezogen waren (40.), blieb die Griesbach-Sieben in Schlagdistanz. Zintel verkürzte zum 15:16 (51.), ehe Robin Hübscher nervenstark von der Siebenmeterlinie den erneuten Ausgleich besorgte (16:16, 51.). Beiden Teams war in der Schlussphase anzumerken, dass niemand den entscheidenden Fehler machen wollte, der über Wohl und Wehe entschied. Sowohl die Gäste als auch die Mainfranken spielten ihre Angriffe so lange wie möglich aus und versuchten, sich in bestmögliche Wurfpositionen zu bringen.
Als Hüttenbergs Tobias Hahn drei Minuten vor dem Ende nach einem Mubenzem-Anspiel das 19:19 erzielte, hatten beide Mannschaften noch eine letzte Möglichkeit auf den Lucky Punch. Doch nachdem Schmidt auf Rimparer Seite an Weber gescheitert war (59.), schleuderte Mubenzem das Harzleder auf der Gegenseite mit dem letzten Angriff der Partie über die Querlatte.
"Natürlich hätte ich lieber zwei Punkte mitgenommen, aber es hätte auch keiner sein können. Du findest sicherlich einige Dinge, die heute trotzdem nicht gut waren, aber das ist erstmal okay so. Jeder Punkt tut uns gut und jeder Punkt bringt uns dem Klassenerhalt einen Schritt näher", zog Griesbach hinterher eine gemischte Bilanz.
Rimpar: Wieser, Brustmann (n.e.) - Schömig (6), Böhm (2), Karle, Schmidt (3/2), Kaufmann, Siegler (2), Schulz (2), Backs, Brielmeier, Herth (1), Sauer (3), Franke.
Hüttenberg: Weber, Plaue (n.e.) - Fuß, Sklenak, Lambrecht (1), Rompf (1), Zörb (3), Stegefelt, Mubenzem (4), Hübscher (1/1), Hahn (1), Zintel (5), Schreiber (3), Kirschner, Jockel.
Schiedsrichter: Lier/Lier (Korntal-Münchingen/St. Gallen) - Zuschauer: 1507 - Zeitstrafen: Rimpar drei (Siegler, Schulz zwei), Hüttenberg eine (Rompf).