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Flüchtling aus der Ukraine: Hessischer Städtetag stellt sich auf längeren Aufenthalt ein

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Von: Fee Halberstadt

Der Hessische Städterat geht davon aus, dass Geflüchtete aus der Ukraine werden wohl länger in Deutschland bleiben als vorerst erwartet
Hessischer Städtetag geht davon aus, dass Geflüchtete nicht so schnell in die Ukraine zurückkehren werden. Um einen Überblick zu erhalten, sollen alle registriert werden. © BeckerBredel/imago

Immer mehr Geflüchtete kommen aus der Ukraine nach Hessen. Neben einer Registrierung wird auch die gleichmäßige Verteilung auf Kommunen gefordert.

Darmstadt/Wiesbaden – In den hessischen Städten gebe es eine „sehr heterogene Situation“ was die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine betrifft, sagte Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld, am Donnerstag (07.04.2022). Bereits wenige Tage nach Beginn des Ukraine-Kriegs kamen in Frankfurt die ersten Geflüchteten aus der Ukraine an, damals waren es 50. Inzwischen sind sehr viele weitere Menschen aus der Ukraine gekommen. Besonders viele kämen in Frankfurt* an, was die Stadt vor große Herausforderungen bei der Unterbringung stelle. In anderen Städten sei es dagegen noch möglich, die Geflüchteten vielfach privat und in kleineren Gruppen zu versorgen.

„Wir rechnen damit, dass die Menschen nicht so schnell – wie ursprünglich angenommen – in die nun zum Teil vollständig zerstörten Städte zurückgehen können und auch wollen“, sagte Wingenfeld. Bei der Versorgung der Geflüchteten erwarte der Städtetag eine Vollfinanzierung von Bund und Land.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, fordert Wingenfeld eine verpflichtende Registrierung für Menschen aus der Ukraine, die in Deutschland ankommen. Außerdem müssten die Menschen gerecht auf die Kommunen verteilt werden. Bei der Zuweisung sollte unter anderem berücksichtigt werden, wo noch adäquater Wohnraum verfügbar ist. Die FDP-Landtagsfraktion forderte einen Landeskoordinator für die Flüchtlingsaufnahme. Die Koordinatorin oder der Koordinator solle gemeinsam mit den Kommunen für eine „schnelle, unkomplizierte und verlässliche Hilfe“ sorgen.

Kalkulieren für laufende Kosten: Städterat spricht von 3500 Euro monatlich

Zudem hat der Hessische Städtetag eine Kalkulation für die Unterbringung und Integration erstellt. Dieses Geld decke beispielsweise die Aufnahme, Deutschkurse oder Fortbildungen ab. Auf Basis von Erfahrungen etwa der Sozial- und Jugendämter wurde eine Summe kalkuliert, sagte der Städtetagspräsident, Fuldas Oberbürgermeister. Die Kosten je volljähriger Person belaufen sich demnach auf etwa 3500 Euro pro Monat.

Zudem wird mit weiteren 1000 Euro gerechnet, um beispielsweise Wohnraum zu schaffen. Nicht enthalten seien umfassende Gesundheitskosten sowie die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die ohne Begleitung nach Deutschland kämen. Dies sei bei den Flüchtlingen aus der Ukraine jedoch die Ausnahme, erläuterte Wingenfeld nach einer Sitzung von Präsidium und Hauptausschuss des Verbandes in Darmstadt. (fh/dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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