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Medizinisches Cannabis: Immer mehr Menschen erhalten Rezepte

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Von: Sebastian Richter

In Hessen beziehen verschreiben Ärzte immer öfter Cannabis.
In Hessen beziehen verschreiben Ärzte immer öfter Cannabis. (Symbolbild) © Michael Körner/imago

In Hessen steigt die Zahl der Konsumenten von medizinischem Marihuana. Einige Städte wollen noch weiter gehen.

Frankfurt – Immer mehr Menschen in Hessen* bekommen Cannabis auf Rezept. Seit Deutschland 2017 die Cannabis-Vergabe zu medizinischen Zwecken legalisierte, haben sich hunderte Menschen die Droge verschreiben lassen. Während es im ersten Jahr 40 Erstverordnungen von Cannabis in Hessen gab, waren es in den Folgejahren jeweils über 300, wie die Kassenärztliche Vereinigung Hessen berichtet. Dabei handelt es sich nur um Erstrezepte, in den meisten Fällen wurden in der Folge weiter Cannabis verordnet. Vermutlich erhalten deutlich mehr Menschen in Hessen Cannabis auf Rezept, wie deutschlandweite Zahlen zeigen.

Denn der deutsche Apothekerverband spricht im ersten Jahr von gut 80.000 Rezepten, im Jahr 2020 waren es schon fast 353.000 Rezepte. Der Verband beruft sich dabei auf das deutsche Arzneiprüfungsinstitut.

Medizinisches Cannabis: Immer mehr Menschen in Hessen bekommen die Droge auf Rezept

Seit dem 10. März 2017 dürfen Ärzte im Einzelfall Rezepte für medizinisches Cannabis ausstellen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist das der Fall, wenn es keine Alternativen gibt, die dem medizinischen Standard entsprechen. Das gilt also beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Epilepsie oder Übelkeit und erbrechen in Folge einer Chemotherapie.

Die neue Ampelregierung in Berlin plant unterdessen, die Vergabe von Cannabis auch zu Genusszwecken freizugeben. Ein Modell, wie genau die Legalisierung durchgeführt werden soll, steht noch nicht fest. Fragen wie die Vertriebsart und die Kontrolle müssen noch geklärt werden.

Cannabis-Legalisierung: Städte in Hessen wollen Pilotprojekte starten

In Hessen haben sich bereits mehrere Städte für Pilotprojekte angeboten. Die Regierung im Frankfurter Römer fordert schon seit Jahren eine generelle Freigabe. Man erhofft sich davon eine Entspannung für die Polizei, die in Frankfurt* viel mit illegalem Drogenhandel kämpft. In der Mehrzahl der Fälle geht es um Cannabis. Frankfurt ist bereits die Stadt, aus der ein großer Teil des medizinischen Cannabis* in Deutschland verkauft wird.

Ebenso will Offenbach zur Pilotstadt für die Cannabisfreigabe werden. Die Ampelkoalition in Berlin hat bereits Zustimmung signalisiert. (spr) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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