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Älterwerden in den Fokus gerückt

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Auf der Fläche oberhalb des Edeka-Parkplatzes könnte eine Seniorenresidenz entstehen. Foto: Heller © Heller

Der jüngste Rundgang mit Bürgermeister Thomas Benz thematisierte das Älterwerden. Verschiedene Wohnmodelle wurden betrachtet.

Allendorf (voh). Es gibt in der Umgebung von Allendorf/Lumda etliche Senioren- oder Altenpflegeheime, etwa in Londorf, Lollar und Leidenhofen, aber einen noch höheren Bedarf an Plätzen. 20 Prozent von Allendorfs Bevölkerung sei jetzt schon über 55 Jahre alt, sagte Bürgermeister Thomas Benz. Der jüngste Rundgang thematisierte das Älterwerden. Oberhalb des Edeka-Parkplatzes gibt es laut örtlichem Flächennutzungsplan noch anderthalb Hektar Gewerbefläche. Auf mindestens 4000 Quadratmetern könnte eine Seniorenresidenz mit 60 bis 65 Plätzen gebaut werden. Das jedenfalls wäre ein Wunsch des Bürgermeisters.

Damit ein Bebauungsplan für das Vorhaben aufgestellt werden könnte, müsste zunächst die Gewerbefläche in ein Mischgebiet umgewidmet werden. Für beides wäre ein Beschluss der Stadtverordneten der erste Schritt. Benz denkt über das reine Altenpflegeheim hinaus. Ab einem gewissen Alter würden die Leute nicht mehr im eigenen (zu großen Haus) bleiben wollen. Sie könnten in der Seniorenresidenz eine Wohnung mieten und Hilfsangebote je nach persönlichem Bedarf beanspruchen. Die Nachbarschaft zum MedZentrum sei außerdem günstig.

Andere Flächen für ein solches Vorhaben gebe es in Allendorf und den Stadtteilen keine mehr. Ulrich Krieb erwähnte die Seniorenhäuser in der Nachbarschaft und meinte, es sollte ein Gutachten über die voraussichtliche Auslastung gemacht werden. Benz sagte, ein potenzieller Investor habe sich schon gemeldet (Sitz in Bayern) und keine Bedenken dazu geäußert. Dieter Hilbert meinte, es sollten aber wenigstens drei Angebote eingeholt werden. Die Erschließung der Fläche (Straße, Leitungen, Anschlüsse) werde über kurze Wege besorgt (Tulpenweg, Treiser Straße).

Der Rundgang zog weiter zur Ecke Kirchstraße/Rheingasse. Das Projekt »Altstadthöfe« oder »Neue Altstadt Allendorf« konnte eine Viertelmillion Euro zugesagter Zuschüsse abrufen. Die fließen allerdings nur, wenn sich 2023 etwas bewegt. Mitmachen wollen drei Grundstücksbesitzer: Treiser Straße 9 und 11 sowie Rheingasse 7. Ulrich Krieb ist in dem Bereich aufgewachsen. Als Kinder seien sie damals von Scheune zu Scheune geschlichen.

Eine gemeinnützige Bürgergenossenschaft soll gegründet werden, die Hausbesitzern ihre alten Scheunen abkauft und zu einem Mehrgenerationen-Wohnbereich umbaut. Benz erklärte, vonseiten des Rathauses komme Unterstützung vor allem von Bauamtsleiter Felix Jung. 2023 solle zunächst eine sogenannte Vorgenossenschaft entstehen. Dann müsse ein statisches Gutachten erstellt werden, ob die Fundamente der Scheunen überhaupt eine Wohnbebauung zulassen. Sie bestehen nicht aus einer Betonplatte, sondern sind auf Lungstein gegründet. Wie fest der Boden darunter ist, weiß man auch nicht.

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