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Älteste Wasserversorgung in Winnen

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Ortstermin am historischen Sammelbecken. Foto: Heller © Heller

Nachdem die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf/Lumda das alte Wasserhäuschen auf Vordermann gebracht hat, steht nun der bauliche Erhalt des Wasserversorgungssystems an.

Allendorf (voh). Anderswo herrscht bei Temperaturen um 30 Grad Celsius Trockenheit und die Waldbrandgefahr steigt. Nicht so im Nordwesten von Winnen. Hinter der abzweigenden Rosenstraße fließt ein leicht eingegrabener Bachlauf. Bäume stehen hier, etwa Erlen, Eichen und Vogelkirsche sowie Haselnuss. Sie spenden Schatten, umgeben feuchte Wiesen. In diesem Areal befindet sich Winnens älteste Wasserversorgung.

Versorgungssystem instand setzen

Heinrich Rein, Senior von gut 90 Jahren, hat daran mitgebaut. Die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf/Lumda bereitet hier den nächsten Coup vor. Nachdem sie das alte Wasserhäuschen am Rande des Hombergs unterhalb von Climbach wieder auf Vordermann gebracht hatten, nehmen Werner Heibertshausen und sein Team jetzt den baulichen Erhalt des früheren Wasserversorgungssystems von Winnen in Angriff. Das könnte teuer werden. Daher muss man rechtzeitig Kanäle für Zuschüsse auftun. Deshalb gab es nun einen groß angelegten Ortstermin.

Mit dabei waren Rein und Heibertshausen, außerdem die Kunsthistorikerin Dr. Hannah Völker (seit April bei der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege in Wiesbaden), Barbara Steuernagel von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises, Auszubildende Lisa Naumann, Peter Stein (brachte die Sache mit dem Wasserhäuschen Climbach ins Rollen), der Odenwälder Pumpenbauer Bernd Weinthäter (war schon in Climbach tätig), Maurer- und Betonbaumeister Manfred Faulstich, Sebastian Schwarz vom Vorstand der Wenner Ronde und weitere Ronde-Mitglieder.

Entdeckerfreuden

Wie bei den Aktionen der Arbeitsgemeinschaft üblich, gab es mit Heinrich Rein auch diesmal wieder jemanden, der bei Heibertshausen neue Entdeckerfreuden auslöste. Er hat derweil schon alte Verträge über die Ausführung des historischen Wasserversorgungssystems und Bauzeichnungen gefunden. Drei Standorte lagen auf dem Weg des Ortstermins.

Das Wassersammelbecken befindet sich im Schatten einer tief belaubten Eiche. Es wird von einer weit draußen im Feld gelegenen Quelle gespeist. Heibertshausen informiert: »Es gibt einen Abstellhahn zwischen diese Quelle und dem Sammelbecken. Bis heute haben wir den noch nicht gefunden.« Quelle zwei liegt in unmittelbarer Nähe des Beckens. Sie wurde zusätzlich aufgetan, weil die bis dahin vorhandene Wassermenge nicht mehr ausreichte, verriet Rein. Das Wasser beider Quellen läuft mittlerweile in den Bach. Nun gebe es eine Verwendung für die am Rand der Senke gelegene Pumpstation. Unweit davon quillt Quellenwasser - aus welcher ist nicht geklärt - aus einem Rohr und fließt ungenutzt in den Bach.

Heibertshausen stellt die Idee in den Raum, dass man in der Pumpstation einen Widder einbaut, damit Quellenwasser hochgepumpt würde zum historischen Wasserwerk am Winner Ortsausgang (Marburger Straße). Rein befürchtet, die vorhandenen Leitungsrohre seien wohl kaputt. Die Feuerwehr könne dann das Wasserwerk als Löschteich nutzen, so Heibertshausen. Die Wenner Ronde wird zunächst die Dächer von Sammelbecken und Pumpstation säubern, die jeweiligen Eingangstüren erneuern (Eiche oder Lärche) und die Vorplätze einebnen und vielleicht pflastern.

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