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Allendorfer Dirt Park schlägt Wellen

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Die gelb umrandete Fläche zeigt, wo die ehemalige BMX-Bahn liegt und der Dirt Park entstehen soll. Repro: Stadt Allendorf © Red

Die Politiker nicht nicht gegen einen Dirt Parks. Sie kritisieren jedoch,dass sie aus den sozialen Medien von den Planungen erfahren haben und vermissen Transparenz seitens des Bürgermeisters..

Allendorf (dge). Ein Dirt Park ist bei jungen Leuten recht beliebt, kann man dort doch seine Runden drehen, das Auf und Ab auf zwei Rädern genießen.

Auf und ab - oder besser gesagt hoch her - geht es nun in der Allendorfer Kommunalpolitik. Der Anlass? Ein Dirt Park. Nicht etwa gegen dessen Einrichtung wehren sich die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU und Grünen, sondern gegen den Weg, den Bürgermeister Thomas Benz (FW) gewählt hat. Der wiederum hat für die ganze Aufregung gar kein Verständnis. »Sonst heißt es, die Verwaltung ist zu langsam. Jetzt geht es auf dem kurzen Dienstweg und ist auch nicht recht«, so ein verärgerter Benz.

Alte BMX-Bahn

Was war passiert? Die Idee eines Dirt Parks, so der Bürgermeister, sei an ihn herangetragen worden. Er habe beim Bauhofleiter nachgefragt, ob die ehemalige BMX-Bahn an der Gesamtschule dafür in Betracht käme. Nachdem diese freigeschnitten war, habe sich herausgestellt, dass sie sich eigne. Er habe Stadtverordnetenvorsteher Sascha Wimmer, die Jugendbeauftragten der Stadtverordnetenversammlung Alisa Dietz und Sebastian Sonneborn sowie Jugendpfleger Klaus-Dieter Gröger mit ins Boot geholt. Nun solle es einen Ortstermin mit Jugendlichen geben, damit diese ihre Wünsche äußern können. Der Aufruf an die jungen Menschen erfolgte über die sozialen Netzwerke.

Das brachte nun die Fraktionsvorsitzenden Brigitte Heilmann (SPD), Ulrich Krieb (CDU) und Sandra Henneberg (Grüne) auf die Palme. »Wo bleibt die Transparenz, Herr Benz?«, fragen sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Unter dem Absender der Freien Wähler Allendorf/Lda., mit Angabe der E-Mail-Adresse der Stadt Allendorf und der WhatsApp-Nummer des Stadtvorstehers Sascha Wimmer, »erfahren wir als Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung von der Planung eines Dirt Parks für Allendorf in den sozialen Medien.« Die beiden Jugendbeauftragten der Stadt Allendorf, Sebastian Sonneborn und Alisa Dietz, seien einen Tag vor dieser Veröffentlichung nach ihrer Meinung zu einem solchen Projekt gefragt worden. Zu keiner Zeit habe ein gemeinsames Gespräch über die Planung und Einrichtung, den möglichen Standort und so weiter eines Dirt Parks stattgefunden. Die städtischen Bediensteten, Jugendpfleger Klaus-Dieter Gröger und Lucas Richter (Gemeinwesenarbeit Zaug), seien in Verbindung mit der Wählergruppe der Freien Wähler als Ansprechpartner genannt worden. »Bürgermeister Thomas Benz, Mitglied der Freien Wähler, nimmt hier ganz gezielt Partei für populäre Zielsetzungen seiner Wählergemeinschaft und bindet städtische Bedienstete ungefragt ein«, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: »Wir wollen vorweg klarstellen, dass wir jedes Projekt unterstützen, das sich für Kinder und Jugendliche in unserer Gemeinde als sinnvoll erweist. Ist es doch das Anliegen aller Fraktionen, für Kinder- und Jugendliche optimale Orte für deren Freizeitgestaltung zu schaffen. Uns ist es aber wichtig, dass der Weg Allendorfs zu einer kinder- und jugendgerechten Kommune fraktionsübergreifend gegangen wird.«

Warum bespreche man die Einrichtung eines Dirt Parks nicht mit allen Fraktionen? Warum werde die Planung nicht Thema in einem städtischen Ausschuss? Warum warte man nicht die Wahlen zum Kinder- und Jugendparlament im Juli ab und gebe so diesen Interessenvertretern der Jugendlichen die Chance, mitzuarbeiten? Und warum binde man nicht das Jugendforum in Staufenberg und das Demokratieprojekt »Dabeisein« in eine solche Planung mit ein?

»Wir stellen fest, dass wir in wachsendem Ausmaß als Stadtverordnete über Maßnahmen, deren finanzielle Auswirkungen und Durchführung wir nicht kennen, ungenügend oder wie jetzt im Nachhinein informiert werden. Weder der Standort, eine eventuelle Umfrage unter Jugendlichen und die rechtlichen Voraussetzungen sind uns bekannt. Das können und wollen wir so nicht hinnehmen«, so die Fraktionsvorsitzenden. Man kritisiere die einseitige Informationspolitik des Bürgermeisters und dessen zugesagte Transparenz bei Vorhaben, die offensichtlich aus der Feder der Freien Wähler stammten. Eine solche Politik in einer Kommune könne nicht zu vertrauensvoller Zusammenarbeit führen, die für eine Gemeinde wie Allendorf dringend notwendig sei. Transparenz und Offenheit sähen anders aus.

»Kleine Mittel«

»Ich hätte das genauso gemacht, wenn jemand von der SPD, der CDU, den Grünen mich angesprochen hätte«, so ein verärgerter Benz. Zumal auf die Stadt keine den Haushalt betreffenden Kosten beziehungsweise Investitionen zukämen. Lediglich das, was der Bauhof im Rahmen seiner Tätigkeit leistet, schlüge zu Buche. »Wir widmen lediglich die ehemalige BMX-Bahn zu einem Dirt Park um, und das mit kleinen Mitteln.«

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