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Den Zug ins Rollen bringen?

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Von: Debra Wisker

Allendorf . Am Sonntag, 12. Februar, entscheiden die Allendorfer Bürgerinnen und Bürger, wer die Geschicke ihrer Stadt in den kommenden sechs Jahren lenken wird.

Bei der Bürgermeisterwahl 2023 stellen sich zwei Kandidaten zur Wahl. Amtsinhaber Thomas Benz (FW) tritt erneut an, sein Gegenkandidat ist Sebastian Schwarz (SPD). Vor der Wahl stellen wir den Kandidaten jede Woche jeweils eine Frage zu Themen, die die Stadt Allendorf bewegen.

Unsere Frage der Woche lautet: Wie ist Ihre Position zur Reaktivierung der Lumdatalbahn?

Die Lumdatalbahn ist für die Region enorm wichtig! Das haben mir die Gespräche bei meinen Infoständen sowie der Sommertour bei den Gewerbetreibenden gezeigt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben mich auf dieses Thema angesprochen.

Zum einen möchten sie die Bahn nutzen, um an die Arbeit, in die Schule oder zur Uni zu fahren und zum anderen hoffen gerade die Gewerbetreibenden auf Arbeitskräfte, die mit der Bahn nach Allendorf kommen - insbesondere Auszubildende oder Studierende. Sehr wichtig ist ein ausreichender Takt - gerade morgens, abends und auch am Wochenende. Natürlich müssen Climbach, Nordeck und Winnen gut per Bus an den Bahnhof angebunden werden. Ein essenzielles Thema ist für uns als Kommune die Finanzierbarkeit. Ich sehe es in erster Linie als Aufgabe von Bund und Land, die ländlichen Räume an die Oberzentren anzuschließen, dies zu finanzieren und einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung zu stellen.

Wir haben nicht den Spielraum, dies zu tun. Es gibt leider andere dringende Investitionen in unsere Infrastruktur, die in den letzten Jahren liegengeblieben sind.

Foto: Heller

Die Reaktivierung der Lumdatalbahn wäre für Allendorf und das gesamte Lumdatal eine enorme Verbesserung im ÖPNV. Dabei darf man jedoch die Anbindung der Ortsteile Winnen, Nordeck und Climbach nicht vergessen.

Hier besteht die einmalige Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger, unkompliziert und entspannt über den (Knoten-)Bahnhof Gießen hinaus zu ihrer Arbeitsstätte - auch im Rhein/Main Gebiet - zu gelangen. Für (junge) Menschen ist eine Bahnanbindung auch ein Kriterium bei der Wohnortsuche. Dadurch wird die Attraktivität als Wohnort gesteigert. Das ist ein weiterer Vorteil, der für eine Reaktivierung der Lumdatalbahn spricht. Auch für den sanften Tourismus ist die Lumdatalbahn unverzichtbar, um hier mit den verschiedenen Akteuren vor Ort weiter voran zu kommen und Menschen in unsere schöne Landschaft zu locken.

Es sollten Land und Bund endlich mal in den ländlichen Raum investieren, denn die Menschen sollen und dürfen bei uns nicht abgehängt werden. Letztlich stellt sich für die Allendorfer die Frage der Finanzierung. Eine weitere Belastung unserer Bürger, etwa durch eine Erhöhung der Hebesätze, würde hier sicher zu Unmut führen. Foto: Benz

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