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Einhellige Unterstützung für »neue Altstadt«

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Allendorf (dge). Mitten in Allendorf soll die »neue Altstadt« Gestalt annehmen - ein Projekt, für dessen Idee und Konzept Bürger verantwortlich zeigen.

Nachdem Renate Becker den Stein ins Rollen gebracht und sich der Verein »Hand in Hand« um den Vorsitzenden Roland Meuschke gegründet hat,wollen die Initiatoren nun sozusagen ans Eingemachte gehen. Einen Innovationspreis hat die Gruppe schon abgeräumt und allein für das Konzept 20 000 Euro an Fördermitteln vom Land Hessen erhalten. Eine weitere Förderung über 250 000 Euro au Landesprogrammes »Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren« wurde bereits bewilligt. Da die Mittel an die Kommune, also an die Stadt Allendorf gehen, hatten die Stadtverordneten nun über die Verfügung zu beschließen. Die Stadt selbst beteiligt sich an den Ausgaben mit 35 714 Euro, also 12,5 Prozent..

Doch was ist eine »neue Altstadt«? Das Ganze soll vom Quartiersgedanken getragen werden. Die Stichworte lauten Mehrgenerationenwohnen, Tagespflege, Nachbarschaftshilfen, Läden, Gastronomie und Coworking-Büros, Freiflächen als Bürgergarten mit Spiel- und Sitzgelegenheiten. Ein Augenmerk soll außerdem auf die Aspekte Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz gelegt werden. Um das umzusetzen, ist nun eine Bürgerbaugenossenschaft als nächster Schritt geplant. Mit einigen Eigentümern wurden seitens der Initiatoren bereits Gespräche über den Ausbau ihrer Scheunen zu Wohnraum geführt. Doch um all das umsetzen zu können, braucht es die Machbarkeitsstudie. Die soll Maik Neumann, Professor für nachhaltiges Bauen an der Technischen Hochschule Mittelhessen, erstellen. Neumann ist von Anfang an mit im Boot, hat die Initiative beraten und unterstützt. Für diese Machbarkeitsstudie und damit auch die Freigabe der finanziellen Mittel muss nun wiederum das Parlament per Beschluss grünes Licht geben.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Stadtverordneten sagten dem Vorhaben einhellig ihre Unterstützung aus. Die Zuwendung des Landes Hessen soll wie folgt bereitgestellt werden: 35 000 Euro kommen noch aus dem Haushaltsjahr 2021, 140 000 Euro fließen aus der Verpflichtungsermächtigung für das Haushaltsjahr 2022 und 75 000 Euro aus der Verpflichtungsermächtigung für das Haushaltsjahr 2023. In einem ersten Schritt soll die Machbarkeitsstudie für die »Scheunengrundstücke« durch die Stadt geprüft und dafür ein Bestandsgutachten in Auftrag gegeben werden. Auf dessen Basis wird die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, wie die zugesagten Fördermittel in Bezug auf Planung und Sanierungsmaßnahmen beauftragt werden. Aus einem zuvor zu erarbeitenden Gesamtkonzept sollen der rechtliche rahmen und auch die Höhe der Kosten, die auf die Stadt zukommen, benannt werden.

Die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von insgesamt 285 714 Euro, inklusive des Eigenanteils der Stadt sollen in die Haushaltsplanung 2022/23 eingestellt und zur zeitnahen Umsetzung des Projekts vorab freigegeben werden.

Zustimmung erteilte das Parlament auch dem Waldwirtschaftsplan 2022, der mit einem Defizit von 84 407 Euro abschließt. Der Antrag der Freien Wähler, die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit einem Bonussystem zu unterstützen und dafür 10 000 Euro in den Haushalt einzustellen, fand angesichts knapper Kassen keine Mehrheit und wurde abgelehnt.

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