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Erschließung im Herbst

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An die »Heege I« (Hintergrund) schließt sich bald das Baugebiet »Heege II« an. Die Apfelbäume auf der Streuobstwiese müssen dafür leider weichen. Foto: Heller © Heller

Das Bauleitverfahren für die »Heede II ist abgeschlossen. Im Herbst beginnt die Erschließung des Baugebietes in Allendorf.

Allendorf (voh). Das Bauleitverfahren für die »Heege II« ist abgeschlossen. Das Allendorfer Stadtparlament stimmte jetzt für den Satzungsbeschluss. Sobald dieser öffentlich aushängt, erlangt das Papier Rechtskraft.

Brunhilde Trenz (BfA/FDP) wollte wissen, ab wann man bauen könnte. Die Leute fragten danach. Bürgermeister Thomas Benz (FW): »Im Herbst beginnt die Erschließung.« Ein Datum nannte er nicht. Stadtverordnetenvorsteher Sascha Wimmer (FW) stellte einen Mini-Modellbagger auf seinen Tisch.

Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer erläuterte noch Ergänzungen für den Satzungstext. Die Streuobstwiese auf dem künftigen Baugelände wird auf zwei Flächen in Nordeck, welche die Stadt schon angekauft hat, neu angelegt. Für die Feldlerche, die am Rande des Baugebiets ein Vorkommen hat, wurde eine 2500 Quadratmeter große Ersatzfläche ausgeguckt. Bleibt die Frage, wie man das den Vögeln erklärt. Mit dem Baugebiet gehen 28 697 Biotopwertpunkte verloren. In Absprache mit der Landschaftspflegevereinigung Gießen werden Kompensationsmaßnahmen für die Beanspruchung des Bodens getroffen.

Mindestens ein Mehrfamilienhaus wird im östlichen Bereich der Fläche entstehen. Das vom Investor geplante Blockheizkraftwerk soll mit Gas und Holzpellets betrieben werden. Der Satzungsbeschluss wurde aber nicht so ohne Weiteres durchgewunken. Sandra Henneberg (Grüne) verlas eine Stellungnahme zu dem grundsätzlichen Problem des fortwährenden Flächenverbrauchs. 2,6 Hektar pro Tag in Hessen und 76 Fußballfelder täglich in ganz Deutschland.

Henneberg: »Jeder trägt die Verantwortung in seinem Einflussbereich.« Sie betrachte die Flächenversiegelung als Schaden für den landwirtschaftlichen Boden, Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus bezeichnete sie eine Zersiedelung aus wirtschaftlichen Gründen als fragwürdig. Wenn wie im Falle von Allendorf/Lumda die Bevölkerung nicht wachse, die Infrastruktur aber immer weiter in der Fläche ausgebaut werde, stiegen die Belastungen der Bürger. Anderweitig müsse die Stadt Schulden machen.

Henneberg informierte, es gebe in der Politik eine sogenannte Totzeit, in der man von den Fehlern einer getroffenen Entscheidung noch nichts merke. Jahre könnten vergehen, bis der Fehler sich als ein solcher herausstellte. »Die Chance für ein ökologisches Vorzeigeprojekt ist vertan worden«, klagte die Grüne. Immerhin werde nun ein Blockheizkraftwerk gebaut. Bei der Abstimmung lieferten die Grünen zweimal Nein und eine Enthaltung.

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