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Gestatten, Sebastian Schwarz (SPD)

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Entspannung, aber auch so einiges zu tun, findet Sebastian Schwarz im Garten. Foto: Wisker © Wisker

Der SPD-Kandidat für den Bürgermeisterposten in Allendorf/Lda., Sebastian Schwarz, will einen sachlichen Dialog führen.

Allendorf . Voraussichtlich am 12. Februar 2023 ist Bürgermeisterwahl in Allendorf. Vor Kurzem hat Sebastian Schwarz seine Kandidatur bekannt gegeben, der SPD-Mann fordert somit den Amtsinhaber Thomas Benz (FW) heraus.

Seit dieser Legislaturperiode ist Schwarz Mitglied des Magistrats, hat sich schon vor seinem Umzug nach Winnen in Hungen kommunalpolitisch engagiert. In Hunge, genauer gesagt in Utphe, ist der 41-Jährige aufgewachsen, hat hier die Grundschule besucht, bevor er zur weitergehenden Schule nach Nidda wechselte. Nach der Schule zog es in die weite Welt, es folgten vier Jahre bei der Marine.

In Wilhelmshaven war seine Fregatte stationiert, von dort ging es los, häufig ins Mittelmeer, aber auch darüber hinaus. »Ich bin quasi zweimal um die Welt gereist«, blickt er die Jahre zurück, die ihn nach eigenem Bekunden auch geprägt haben. Die Bundeswehr ermöglichte den Besuch der religiösen Stätten in Jerusalem. »Das öffnet den Blick für die Weltreligionen und man ahnt, warum das Konflikte birgt.« Doch auch humanitäre Hilfe leistete die Truppe, Schwarz half mit, in ärmeren Ländern Kindergärten zu renovieren, es wurden Spielsachen und Kleidung gesammelt. »Da lernt man das, was wir hier haben, viel mehr zu schätzen und man sieht erst mal, wie arm Menschen wirklich sein können.« Zurück im heimischen Hessen macht er in Büdingen sein Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung, geht dann zur Sparkassen Gießen. »Da bin ich heute noch.«

Seit sieben Jahren lebt er in Winnen. Schwarz schmunzelt: »Wenn die Verwandten auch Hungen zu Besuch kommen, sagen sie immer, hier ist es ja wie im Urlaub.« Ganz bewusst habe er nach einem Fachwerkhaus gesucht. Erst im Umkreis von Hungen, dann rund um Gießen herum. Im Allendorfer Stadtteil Winnen ist er fündig geworden. »Der Ort hat mir einfach gefallen. Ich habe mich aus Überzeugung für diesen Wohnort entschieden.«

Die ersten Jahre hat genutzt, um das Haus zu renovieren. In der großen Scheune lagert schon Holz, denn auch hier ist der Bauherr noch gefragt. Aus einem kleinen Nebengebäude will er ein Gästehaus machen - »wenn die Familie aus Hungen anreist«. Landwirtschaft, der große Garten, der Traktor, die Hühner - Sebastian Schwarz liebt das Leben auf dem Land.

Als vor zwei Jahren die Kommunalwahl anstand, entschied er sich, politisch wieder aktiv zu werden. Selbstverständlich wieder für die Sozialdemokraten, die sind seine politische Heimat. Nun könnte er sich zurücklehnen, ein wenig Politik machen und besagtes Landleben genießen. Doch das reicht ihm nicht, Schwarz will etwas bewegen, das Städtchen Allendorf voranbringen. Die Allendorfer SPD sei auf ihn zugekommen, habe gefragt, ob sich eine Kandidatur vorstellen könne. Er konnte. »Ich habe mir eine kurze Bedenkzeit erbeten, mit meiner Ehefrau gesprochen und zugesagt.« Larissa Schwarz ist sich sicher, »er ist der richtige Mann für den Job. Er kann motivieren, Menschen mitreißen. Ich unterstütze ihn und weiß, er wird das toll machen.«

Drei Punkte hat Sebastian Schwarz sich erst einmal auf die Fahne geschrieben. Der erste heißt »liebenswertes Allendorf«. Dazu gehört für ihn auch, eine gute Infrastruktur zu schaffen. Zwar gebe es, etwa für Home Office, Breitband, doch könne man die Voraussetzungen noch verbessern. Kinder, Jugend und Senioren stehen ebenfalls auf seiner Agende. »Wir haben eine Satzung für einen Seniorenbeirat, aber keinen Beirat.« Hier sieht er Handlungsbedarf. Auch eine Begegnungsstätte, einen Multifunktionsplatz für alle spricht er an.

Ein ganz großes Thema ist für den SPD-Kandidaten die Konsolidierung des Haushalts. Einen Schwerpunkt will er zudem auf erneuerbare Energien legen. Strom auf den Dächern kommunaler Liegenschaften zu erzeugen, sieht er als einen Weg. Auch eine Bürgerbeteiligung beispielsweise an Windrädern hat er im Blick. »So etwas geht nur mit einer Beteiligung der Bürger. Das geht nur, wenn wir direkt am Rotor mit beteiligt sind«, ist seine Überzeugung.

Im Wahlkampf will er den Fokus auf die Themen legen, er will eine sachliche Diskussion. Angedacht sind auch Gesprächsrunden mit Experten zu verschiedenen Bereichen, wie etwa Energiewende oder Straßenausbaubeiträge. Im Falle seiner Wahl will er eine regelmäßige Bürgersprechstunde im Rathaus, »nicht nur im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung«, einführen und den aktiven Dialog mit den Gewerbetreibenden vor Ort suchen. In der Verwaltung will er Auszubildende aus der Region sehen, jungen Menschen, die sich einbringen und lernen, mit zu gestalten und um dem Fachkräftemangel in diesem Bereich entgegen zu wirken.

Er sei überzeugt, dass er die Menschen mitnehmen könne, »auch wenn man es sicherlich nicht jedem recht machen kann«, so Schwarz. Ein »frisches, modernes Allendorf, wo alle sich wohlfühlen« ist sein Ziel. »Ich höre gerne zu, suche nach Lösungen und gebe Impulse, wie man etwas verändern kann«, erklärt er. Mit Anfang 40 sieht er sich sozusagen auch als Bindeglied zwischen den Generationen, zwischen jung und alt. Das sei ein guter Ausgangspunkt, um Allendorf für alle Menschen lebenswert zu machen.

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