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Ja zur Flüchtlingsunterkunft

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Allendorf (voh). Eine Flüchtlingsunterkunft als Modulbau in Holzständerbauweise wird der Landkreis Gießen auf der Freifläche südlich der Bahntrasse an der Bahnhofstraße errichten. Damit beschäftigten sich nun die Mitglieder des Bauausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses.

Nach einer vertraglich zu vereinbarenden Nutzungsdauer von mindestens drei und höchstens acht Jahren soll die Stadt Allendorf/Lda. das Gebäude zum Restwert für eine Folgenutzung erwerben. Die Gebäudegrundfläche beträgt 390 Quadratmeter. Laut Landkreis wäre das Bauwerk nur eingeschossig. Bauausschuss-Vorsitzender Lothar Claar (BfA/FDP) warf ein, gemäß Bebauungsplan seien auch zwei Geschosse möglich. Haus und Stellplätze für Fahrzeuge zusammen würden zwei Bauplätze beanspruchen.

»Filetstück«

Über die weitere Nutzung des öfters schon als »Filetstück« beschriebenen Bereichs hatten die Gremien in der Vergangenheit bereits mehrfach nachgedacht: Wohnbebauung mittels Stadt oder Investor unter Berücksichtigung sozialen Wohnraums, außerdem die Anlage von Park and Ride im Falle einer Reaktivierung der Bahntrasse. Bürgermeister Thomas Benz (FW) stellte fest, er sei nun fast fünf Jahre im Amt und es habe sich diesbezüglich nichts getan. Irgendwann müsse die Stadt mal »zu Potte« kommen. Gabriele Waldschmidt-Busse (Grüne) teilte mit, das Bundesverkehrsministerium habe die weiter führenden Kriterien für eine Bahnaktivierung im ländlichen Raum soeben genehmigt und die Lumdatalbahn auf einer Ausführungsliste genannt.

Annette Bergen-Krause (SPD) fand, die Folgenutzung - voraussichtlich sozialer Wohnraum - sei in Ordnung, aber der Kaufvertrag müsse nachgebessert werden. Ob der Landkreis etwa vor der Übergabe das Gebäude sanieren werde, stehe vorerst nicht drin.

Brunhilde Trenz (BfA/FDP) fragte, ob in dem städtischen Gebäude für Sozialwohnungen in der Lindengasse noch Platz vorhanden sei. Benz: »Nur die Notunterkunft«, also eine Wohnung). Ulrich Krieb (CDU) plädierte ebenfalls für zwei Geschosse. Möglicherweise könne man auch teils auf das angrenzende Flurstück, den Spielplatz, ausweichen. Jedenfalls sei ihm Wohnraum wichtiger als Park and Ride. Benz erklärte, der Landkreis erwarte eine Entscheidung noch vor der Sommerpause. Finanzausschuss-Vorsitzender Ralf Hofmann (FW) meinte, die SPD wolle sich nur ein »Hintertürchen« offen lassen und in Wirklichkeit die Flüchtlingsunterkunft ablehnen.

Er rechnete vor, es würden anderthalb Grundstücke benötigt. 1100 Quadratmeter blieben noch übrig für die Lumdatalbahn. Das reiche doch aus. Sandra Henneberg (Grüne) stimmte für zwei Geschosse, um die Fläche auszunutzen. Man brauche einen Lageplan mit dem einzuzeichnenden Gebäude und der voraussichtlichen Lage des Park and Ride Geländes, um weiter zu kommen.

Hofmann ergänzte, zweigeschossig würde 3,2 Millionen Euro kosten (eingeschossig: 1,7 Millionen Euro). Wie solle Allendorf die spätere Übernahme des Gebäudes gegenfinanzieren? Anderenfalls müsse ein Investor einsteigen. Die beabsichtigte Barrierefreiheit sei im Obergeschoss nicht möglich, da kein Fahrstuhl eingebaut werden könne.

Beide Ausschüsse empfahlen dem Parlament die Zustimmung zum Vertrag mit dem Landkreis.

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