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Mit Musik und Gesang, was sonst?

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Dekanin Barbara Lang (Mitte) entpflichtet Pfarrer Stefan Schröder (l.) von seinen Aufgaben als Gemeindepfarrer. Foto: Heller © Heller

Stehenden Applaus spendeten die Gottesdienstbesucher bei der offiziellen Verabschiedung des Allendorfer Pfarrers Stefan Schröder.

Allendorf (voh). Pfarrer Stefan Schröder muss während seiner Amtszeit in der evangelischen Kirchengemeinde Allendorf/Lda. sehr vieles richtig gemacht haben. Denn bei seiner offiziellen Verabschiedung spendeten die Gottesdienstbesucher stehenden Applaus, der kaum enden wollte. In der voll besetzten Kirche entpflichtete ihn Dekanin Barbara Lang in einem feierlichen Gottesdienst von seinen Aufgaben als Gemeindepfarrer. Probst Matthias Schmidt, der die Verabschiedung vornehmen wollte, war kurzfristig erkrankt.

Schröder ist seit 1987 Gemeindepfarrer gewesen mit Stationen in Schupbach, Altstadt und, seit September 1996, in Allendorf/Lda. Den Restmonat hat Schröder Urlaub, ab 1. September ist er Ruheständler.

Erlebnis

Musik und vor allem Gesang machten Schröders Abschied zu einem besonderen Erlebnis. Sogar seine letzte Predigt als Gemeindepfarrer war eingebunden in die Strophen des Paul Gerhardt-Liedes »Sollt ich meinem Gott nicht singen«. Wegen der vielen Kehlen meinte Schröder nach dem Eingangslied (»Gut, dass wir einander haben«): »Was für ein Gesang, toll, das tut gut«. Die Corona-Pandemie hatte solches bisher verhindert. Beteiligt an der musikalischen Ausgestaltung waren der Singkreis mit Freya Schröder am E-Piano und Dorotea Pavone an der Klarinette sowie der Blockflötenkreis (Leitung Hiltrud Erbach), der Posaunenchor und Pavone als Organistin.

Konfirmand Lars Happel trug einen Text aus dem ersten Kapitel des Johannes Evangeliums vor. Schröder sinnierte, über was er denn nach gut 1000 Predigten in den vergangenen 26 Jahren überhaupt noch reden könne. »Eigentlich würde ich am liebsten einen reinen Singgottesdienst halten«. Er bezog sich auf den Prediger (3,14) im Alten Testament: Alles hat seine Zeit. Schröder: »Für mich geht eine Zeit zu Ende, die sehr gefüllt und erfüllt war«. Sein Dank galt der Familie für »ihren Beistand«, allen Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde, die ihn begleitet hatten. Schröder: »Wir sind respektvoll und wertschätzend miteinander umgegangen. Das wünsche ich dem noch unbekannten Nachfolger«. Barbara Lang blickte kurz zurück auf einige Dinge, die Schröder besonders am Herzen gelegen hätten: Konfirmandenarbeit und Notfallseelsorge etwa. Sie verlas das Selbstfürsorge-Gedicht »Die Schale der Liebe« von Bernhard von Clairvaux, das ihr Probst Schmidt mitgegeben hatte. Der gesamte Kirchenvorstand sprach Segensworte. Von jeder Person erhielt Schröder eine Sonnenblume. Kirchenvorsteher Thomas Becker: »Du warst eine feste Instanz in der Kirchengemeinde und unserer kleinen Stadt«. Er übergab Schröder einen fast drei Meter hohen Apfelbaum. Pfarrerin Claudia Kuhn aus Buseck übernimmt mit einer halben Pfarrstelle die Vertretung bis zur Neubesetzung, Pfarrer Andreas Lenz (Treis) springt im Bedarfsfall ein.

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